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Text von Sonntag, 11. Juni 2006

> p o l i t i k<
  
 Träge Träumer: Geh mir aus der Sonne! 
 Marburg * (fjh)
Endlich ist es Sommer. Warmes Wetter erfreut die Menschen in Marburg. Doch von der Hitze der vorangegangenen Tage ist am Sonntag (11. Juni) nicht mehr viel zu spüren.
Ruhig dümpelt die Stadt vor sich hin. Kaum eine Menschenseele ist auf den Straßen unterwegs. Träge träumt die Bevölkerung vom Sommer, der nun mit Macht über sie hereingebrochen ist.
Die Fußball-Weltmeisterschaft hat viele von den Straßen weg und zu ihren Fernsehgeräten hin gelockt. Eine iranische Mannschaft unterliegt in Nürnberg. Derweil obliegt es am gleichen Ort einem bayerischen Innenminister, gegen den iranischen Präsidenten zu protestieren: Günter Beckstein als Demonstrant auf der Straße!
Doch selbst solch eine "verkehrte Welt" kann in Marburg kaum einen besonders beunruhigen. Die "Linken" lecken ihre Wunden. Die "Rechten" richten sich auf weitere Attacken ein.
Attackieren werden sie den Rechtsstaat, bis er ein rechter geworden ist, mit dem man so recht keinen Staat mehr machen kann. "Ratten und Schmeißfliegen" sind wieder in aller Munde. So nennen sie jetzt Erwerbslose.
Neonazis zeigen sich auf einer Demonstration des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA). Doch nur wenige brüllen: "Nazis raus!"
Wer sieht die Zeichen an der Wand? Wer sieht die Zeichen an der Brust? Wer sieht überhaupt noch etwas?
"Blindheit ist ein bedauernswürdiger Zustand, aber eine unverzeihliche Haltung", schrieb Bernd Kebelmann. Angesichts der grassierenden Blindheit fällt es indes schwer, Haltung zu bewahren.
Die Sonne wärmt diejenigen, die schon in deckung gegangen sind. Ebenso wärmt sie aber auch alle anderen. "Geh mir aus der Sonne", sagte Diogenes zu Alexander dem Großen.
ebührenden Respekt zollen nur diejenigen, die sich ungebührlich verhalten. Nur Menschen mit viel Verstand verstehen, was da vor sich geht. Alle anderen bringen es ganz schnell hinter sich, ohne zu merken, was sie da vor sich haben.
Die Trägheit der Massen erlaubt es den "Flexiblen", mit den Menschen zu machen, was sie sollen. Während die meisten träge in der Sonne liegen, nehmen die "Flexiblen" sie nach Strich und Faden aus. ALG II und Studiengebühren nennen sie diesen Diebstahl, der die Massen ihrer Lebenschancen beraubt. Die "Flexiblen" sind halt recht ausgekocht.
 
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