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Text von Samstag, 10. Juni 2006

> p o l i t i k<
  
 Rassistisches Gesetz: Marburger Demo in Frankfurt 
 Marburg * (fjh/pm)
Marburger Studierende haben am Samstag (10. Juni) ihre Kritik am Rassismus des Gesetzentwurfs zu Studiengebühren verdeutlicht. Vor der CDU-Geschäftsstelle in Marburg und vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt haben Marburger Studierende nach Angaben des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AstA) erneut ihren Protest gegen die rassistischen Bestandteile des geplanten Studiengebühren-Gesetzes vorgebracht.
Ganz besonders hart trifft das geplante Gesetz Studierende aus Nicht-EU-Staaten: Sie sollen mit 1.500 Euro pro Semester das Dreifache bezahlen wie Europäer, obwohl sie schon jetzt mit den in Deutschland verhältnismäßig hohen Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben. Gleichzeitig ist es Studierenden aus Nicht-EU-Ländern nicht möglich, ein öffentliches Darlehen aufzunehmen.
"Während Hessen sich in Frankfurt zur WM als weltoffen präsentiert, will die Landesregierung im Stillen ein rassistisches Gesetz durchsetzen", meinte die Marburger AStA-Vorsitzende Lena Behrendes in Frankfurt. "Dies lassen wir der Regierung nicht durchgehen. Die Weltöffentlichkeit soll wissen, wie die wirkliche Politik dieser Landesregierung aussieht."
Um die befürchteten Auswirkungen des diskriminierenden Gesetzentwurfes zu versinnbildlichen, wurde eine ausländische Puppe an dem zum Galgen mutierten Euro-Zeichen vor der EZB erhängt.
Um die hundert weitere Studierende, die zum Teil Fahnen aus Nicht-EU-Staaten bei sich trugen, simulierten provokativ ihren anstehenden Suizid mit einer Schlinge um den Hals. Andere informierten mit Flugblättern - auch in englischer Sprache - die anwesende Öffentlichkeit.
 
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