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Text von Freitag, 19. Mai 2006

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 Natürlich gestaltet: Kreis bietet Führungen an 
 Marburg * (fjh/pm)
Zum ersten "Hessischen Naturschutz-Erlebnistag" wird es auch im Kreisgebiet verschiedene Angebote geben. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Marburg-Bidenkopf lädt am Sonntag (28. Mai) zu Führungen in Naturgebieten bei Biedenkopf-Dexbach und nahe des Marburger Stadtteils Schröck ein.
"Vorbild des Naturschutz-Erlebnistages war der Tag des Offenen Denkmals. So, wie an diesem Tag eine Vielzahl von Baudenkmälern offen steht, sollen nun am 28. Mai erstmals hessenweit Naturschutzgebiete und andere - für den Naturschutz wichtige - Örtlichkeiten der Öffentlichkeit näher gebracht werden", kündigte Landrat Robert Fischbach an.
Landesweit koordiniert wird dieser Naturschutz-Erlebnistag von der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar. In diesem Rahmen bietet die Untere Naturschutzbehörde des Kreises zwei Führungen an:
Vormittags wird in Kooperation mit dem Ortsbeirat Dexbach die "Dexbacher Heide" besucht. Sie ist ein Überbleibsel der - früher ausgedehnten - Heidegebiete am Ostrand des hessischen Rothaargebirges. Nachdem die früher übliche Nutzung dieser Flächen als Rinder-, Pferde-, Schaf- und Ziegenweide auch hier lange aufgegeben war, drohte die Heide Ende der 90er Jahre unter Schlehenaufwuchs zu verschwinden. Gewissermaßen im letzten Moment wurde die Fläche dann mit Mitteln aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe entbuscht und eine erneute regelmäßige Schafbeweidung organisiert. Ehrenamtliche Naturschützer mulchen außerdem gelegentlich nicht beweidete Bereiche.
Unter Teilnahme von Vertretern des Ortsbeirates, der Naturschutzbehörde, eines von ihr beauftragten Botanikers, des Schafhalters sowie ehrenamtlicher Naturschützer wird die Heide mit der - heute auf ihr zu findenden - Tier- und Pflanzenwelt vorgestellt. Treffpunkt ist um 10 Uhr die alte Linde circa 100 Meter westlich des Ortsrandes, die in Dexbach bekannt und an dem Tag ausgeschildert ist.
Wegen der am 28. Mai vorgesehenen teilweisen Sperrung der B 62 für den Autoverkehr sollte für die Anfahrt etwas mehr Zeit eingeplant werden.
Nachmittags steht das Amöneburger Becken auf dem Programm. Bis in die 60er Jahre war es insbesondere mit der Ohm-Niederung einer der wichtigsten hessischen Naturräume für Wiesenbrüter wie Kiebitz, Bekassine und Uferschnepfe. Mit der Ohm-Regulierung und Änderungen in der Landwirtschaft hielt dann auch hier der "stumme Frühling" Einzug. In den letzten Jahren wurden jedoch - initiiert von der Unteren Naturschutzbehörde - Flächen erworben, erneut vernässt und mittels Großvieh-Beweidung extensiv genutzt. Voraussetzung dafür waren Gelder aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe und eine enge Kooperation mit Naturschutzverbänden und Landwirten.
Über Hintergründe, Probleme und Erfolge dieser Maßnahmen werden Vertreter von Naturschutzbehörden und -verbänden sowie Tierhalter am Beispiel des "Arzbachtals" und der "Rauwiesen" berichten. Beide Flächen liegen nördlich oder nordöstlich von Marburg-Schröck.
Treffpunkt ist um 14.30 Uhr die Baumgruppe bei der alten Linde an der Landstraße L 3289 zwischen Schröck und Rossdorf etwa einen Kilometer hinter dem Ortsausgang von Schröck ungefähr 50 Meter links der Straße in der offenen Feldflur.
Innerhalb von zwei Stunden sollen rund vier Kilometer gewandert werden. Dabei besteht die Möglichkeit, diese Strecke mit dem Auto abzukürzen.
Anmeldungen zu den beiden Veranstaltungen sind nicht nötig. Ein Kostenbeitrag für die Führungen ist nicht vorgesehen. Für Rückfragen steht die Untere Naturschutzbehörde des Kreises zur Verfügung.
 
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