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Text von Donnerstag, 9. Februar 2006

> p o l i t i k<
  
 Feinstaub im Visier: Neue mess-Station eingerichtet 
 Marburg * (atn/pm)
Eine neue Luftmess-Station hat das hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) am Montag (9. Januar) in Marburg in Betrieb genommen. Seitdem können auf den Internetseiten des HLUG neben den Werten der Mess-Station an der Gutenbergstraße auch die Luftmesswerte der neuen Station "Marburg-Universitätsstraße" abgerufen werden.
Die Mess-Station ermittelt den Gehalt von "PM10"-Feinstaub, Stickstoffdioxid und Kohlenmonoxid. Bereits in den ersten Betriebstagen zeigte sich, dass der Feinstaub in Marburg auch weiterhin ein Thema ist.
Bürgermeister und Umweltdezernent Dr. Franz Kahle hat dieses Ergebnis bereits vermutet, denn nach Auskunft des HLUG lagen die PM10-Werte zum Jahresbeginn hessenweit häufiger über dem 1-Tages-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als in den letzten Jahren.
Kahle zieht in Betracht, dass eine ungünstige meteorologische Situation dafür verantwortlich sein könnte. "Wir müssen ... abwarten, wie sich die PM10-Werte hier in Marburg über das Jahr weiter entwickeln und ob wir die Richt- und Grenzwerte weiter überschreiten", betonte er.
Durch die Situation im Jahr 2003 sei man bereits vorgewarnt. "Wir werten zu Zeit für eine Neuauflage des Umweltberichts zum Thema 'Luftbelastung und Klima in Marburg' die Luftmessdaten bis ins Jahr 2000 zurück aus", sagte Kahle weiter, "und erarbeiten damit eine Grundlage für einen möglicherweise notwendigen Luftreinhalteplan."
Ob dieser Plan erstellt werden muss, wird sich allerdings erst dann zeigen, wenn der Tagesmittelwert von 50 Mirkogramm pro Kubikmeter an mehr als 35 Tagen überschritten wird. Der Umweltdezernent betonte jedoch, dass das Konzept zur weiteren Reduktion des PM10-Wertes selbst dann weiterverfolgt werde, wenn das nicht der Fall sein sollte.
Dazu sollen auch weiterhin die Busflotte der Stadtwerke Marburg (SWM) und die Fahrzeuge des Dienstleistungsbetriebs Marburg (DBM) auf Gas umgerüstet werden und Rußfilter erhalten. Der Einsatz von regenerativen Energien soll verstärkt werden. Außerdem will man die Zahl der Erdgashausanschlüsse weiter erhöhen, um die Staubemissionen aus den Heizungen zu reduzieren.
"Über Verkehrsbeschränkungen innerhalb der Stadt müssen wir uns in diesem Zuge auch Gedanken machen", räumte Kahle ein. "Unsere Bemühungen nutzen aber nur wenig, wenn nicht der überregionale Eintrag von Feinstaub etwa über den Verkehr auf der B3a ebenfalls reduziert wird", stellte der Bürgermeister abschließend fest.
 
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