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Text von Donnerstag, 16. November 2006

> k u l t u r<
  
 Papageno und Papagena: Mozarts Zauberflöte im EPH 
 Marburg * (kwn)
"Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart zählt zu den bekanntesten und am häufigsten inszenierten Opern weltweit. Von der Schönheit und Genialität des Singspiels konnten sich am Mittwoch (15. November) rund 400 Zuschauer in der Stadthalle überzeugen.
Wohlgelaunt zog das vornehmlich betagtere Publikum in das "Erwin-Piscator-Haus". Mit ein wenig Verspätung erklangen kurz nach 20 Uhr die ersten Töne der Oper.
Minutenlang blieb der schwere, rote Vorhang geschlossen. Ein großer Lichtkegel auf dem samtigen Stoff war die einzige Beleuchtung in dem Raum. Mucksmäuschenstill saßen die Besucher auf ihren Sitzen und lauschten den Klängen der unzähligen Instrumente.
Dann wich der Vorhang zu den Seiten. Innerhalb von ein paar Sekunden war der Zuschauer in eine wundersame Wildnis versetzt. Unter dem strahlend blauen Himmelszelt erstreckte sich eine Landschaft aus riesigen Palmen, bunten Blumen und allerlei anderem grünen Gewächs.
An diesem Ort begegnen sich der Prinz Tamino und der Vogelfänger Papageno und freunden sich an. Kurz darauf erscheinen drei Dienerinnen der Königin der Nacht, in deren Territorium sie sich befinden. Sie zeigen Tamino ein Bildnis der entführten Pamina. Er verliebt sich sofort in das wunderschöne Mädchen.
Die geliebte Tochter Pamina aus der Macht des Hohepriesters Sarastro zu befreien und den siebenfachen Sonnenkreis zurückzuerobern, mit diesem Auftrag entlässt die Königin der Nacht den Prinzen. Im Gegenzug verspricht sie ihm Pamina zur Frau.
Tamino zur Seite steht der lustige Vogelfänger. Zu ihrer Hilfe erhalten die beiden eine goldene Zauberflöte und Glockenspiel von den drei Dienerinnen. Damit sind sie in der Lage, die Gefahren im Tempel des Sarastro zu bannen.
Tamino besteht die Läuterungs-Prüfung. Auch Papageno übersteht sie. So winkt auch ihm zu guter Letzt die Belohnung für seinen Heldenmut: Er bekommt seine Papagena.
Knapp drei Stunden verfolgten die Zuschauer gebannt die Geschehnisse auf der Bühne. Selbst die kleineren Besucher fühlten sich von dem Singspiel angetan.
Die Bühnen-Requisiten, aber auch die Kostüme der zwölf Schauspieler strotzten vor Phantasie-Reichtum. Dabei wirkten sie nicht zu aufgesetzt oder übertrieben, sondern unterstützten die Handlung auf angebrachte Weise. Die Damen muteten wie Schmuckstücke in ihren prachtvollen Kleidern und den hochgesteckten, glänzenden Haaren an. Papageno wirkte wie ein kleiner Junge in seinen verschlissenen Sachen, die über und über mit bunten Federn bedeckt waren. Dagegen war der Priester in seinem goldfarbenem Gewand äußerst respekt-einflößend.
Letztlich war es jedoch der Gesang, der den Zuschauern eine Gänsehaut nach der anderen bescherte und die Darsteller noch anmutiger wirken ließ. In perfektem Einklang mit dem Orchester ertönten bekannte Arien wie "Der Vogelfänger bin ich ja", "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" oder "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen".
Nach dem Ende der Vorstellung waren von allen Seiten angeregte Gespräche über den Abend zu vernehmen, in denen sich Begeisterung widerspiegelte. Die Aufführung bot die ideale Gelegenheit, für ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen und sich in eine andere, fremde Welt entführen zu lassen.
 
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