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Text von Samstag, 28. Oktober 2006

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 Schröck als Station: Neuer Pilger-Pfad durch Marburg 
 Marburg * (fjh/pm)
Die ersten Pilger haben schon angeklopft, berichtet Stefan Krönung. Der Schröcker Pfarrer ist selbst ein begeisterter Pilger. Manches Mal hat er schon die Segens-Hände ausgestreckt und gute Worte für Reisende gefunden, die den Weg nach Marburg zur Elisabethkirche oder gleich bis zum Jakobs-Heiligtum in Santiago de Compostela in Spanien gehen.
"Zuletzt waren zwei Rad-Pilger bei mir, die von Dresden her unterwegs waren. Sie hatten vor, in mehreren Etappen die noch 2.100 Kilometer zu bezwingen", erinnerte sich der katholische Pfarrer. "Ich habe Ihnen dann den Weg zum Elisabeth-Brunnen erklärt. Und von dort weisen die Weg-Zeichen schon mit der Muschel auf blauem Grund den Weg."
Die barocke Pfarrkirche St. Michael und St. Elisabeth, die am 30. September 1726 geweiht wurde, ist nun auch eine Station auf der langen Pilger-Strecke in Richtung Westen. Ganztags ist das Gotteshaus das Jahr über geöffnet. Nach den Gottesdiensten oder nach telefonischer Vereinbarung lädt der katholische Priester ein, den Pilger- und Reise-Segen zu empfangen.
Dass Schröck Raststätte geworden ist an der wiederbelebten Wallfahrts-Strecke, hängt mit den zahlreichen Jakobusweg-Initiativen zusammen, die sich seit Jahren darum bemühen, historische und bedeutsame Wege zu beschreiben und zu beschildern. So führt ein Pilger-Pfad von Görlitz bis nach Spanien.
Offiziell soll das neu beschriebene Teilstück durch Marburg im Juni 2007 eingeweiht werden. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag der Heiligen Elisabeth zum 800. Mal. Dann wird auch eine der 3.000 Markierungen am Schröcker Kirchlein angebracht sein, das an der insgesamt 180 Kilometer langen Teilstrecke von Eisenach nach Marburg liegt.
"Wer pilgert, sucht die geistliche Ausrichtung seiner Wanderung", vermutet Krönung. "Und das ist das Zeugnis tausender Pilger, die schon seit frühester Zeit unterwegs waren. Die mittelalterliche Bedeutung Marburgs dabei als Wallfahrtsort kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden."
Der Schröcker Pfarrer findet es "ermutigend, wie Menschen diese Tradition neu entdecken." Im Pfarrheim der Kirchengemeinde ist aus diesem Grund auch Platz für Übernachtung auf einfachem Pilger-Lager. Der Priester nimmt sich Zeit für Menschen, die Spiritualität suchen oder auch an Scheidepunkten ihres Lebens stehen und Antworten suchen. Willkommen sind aber auch jene, die sich für die Kultur interessieren oder das Wandern an sich.
Besonders lobt der Geistliche das Engagement der Kirchengemeinden, Wander- und Pilger-Vereine, die sich seit Jahren für die Projekte verantwortlich zeigen. Im Rahmen der Dorferneuerung in dem südöstlichen Marburger Stadtteil wird auch über eine einheitliche Beschilderung durch Schröck nachgedacht. Der Einbau einer Dusche im Pfarrheim gehört darüber hinaus eher zu praktischen Dingen, die das Pilger-Wandern erleichtern sollen.
 
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