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Text von Dienstag, 10. Oktober 2006

> k u l t u r<
  
 Konsumrausch: Die Dunkelziffer auf der Bühnes
 
 Marburg * (ule)
Zum dritten Mal hat eine Theateraufführung im G-Werk Premiere. Nach "Fanny Abgrund" und "Wir im Finale" führt der german stage service am Donnerstag (19.Oktober) um 20.00 Uhr zum ersten Mal "Draußen tobt die Dunkelziffer" auf.
Das Stück wurde 2005 in Wien uraufgeführt. Die Autorin ist Kathrin Röggla.
Regisseurin Heike Scharpff hat "Die Dunkelziffer" hauptsächlich mit Gastschauspielern unterschiedlicher Generationen besetzt.
"Draußen tobt die Dunkelziffer" versucht, sich dem komplexen wie tragischem Thema Schulden und Überschuldung von Menschen in einer kapitalistischen Gesellschaft zu nähern. In einer glitzernden Welt von Waren und Konsum, verlieren die Menschen leicht den Überblick über ihren finanziellen Rahmen, aber auch über ihre Wünsche und Bedürfnisse.
"Keiner scheint mehr zu verstehen, wie das System von Kauf, Überweisung und Verdienen funktioniert und auch nicht, wer für diese Zusammenhänge verantwortlich ist", erklärte die Regisseurin.
Das Stück wurde auf der Grundlage von gezielten Recherchen geschrieben. Es soll alle nur denkbaren Perspektiven zu dieser Thematik einfangen. Dabei sollen die Schicksale der Schuldner ebenso wie die der Kreditgeber beleuchtet werden.
Deshalb ist das Stück zwar künstlerisch überarbeitet, aber sehr nah an der Wirklichkeit.
Eine fortlaufende Handlung gibt es dabei ebensowenig wie feste Figuren. Vielmehr setzt sich das Theaterstück aus mehreren Fragmenten zusammen. Mit Hilfe dieses Facetten-Reichtums soll sich die Inszenierung auch stilistisch an die Thematik anpassen und die Unübersichtlichkeit und Komplexität von Geld- und Waren-Zusammenhängen darstellen.
Heike Scharpf hat 1996 die Waggonhalle miteröffnet und drei Jahre lang dort mitgearbeitet. Nach einem Jahr Schauspielschule in Köln war sie drei Jahre am Staatstheater in Darmstadt. Seither arbeitet sie in Frankfurt.
Bereits 2003 inszenierte sie eine Theateraufführung mit und über Wohnsitzlose aus Frankfurt. Schon damals hat sie sich mit der Thematik Armut in einer reichen Gesellschaft beschäftigt.
"Theaterabende sind eine Form, Fragen zu stellen und Menschen für bestimmte Themen zu sensibilisieren", sagte Heike Scharpf. Damit fasst sie zugleich auch ihren persönlichen künstlerischen Anspruch zusammen.
Wer die Aufführung sehen möchte, sollte wegen der begrenzten Sitzplätze bereits im Vorfeld Karten reservieren lassen. Die Karte kostet 12 und ermäßigt 10 Euro.
 
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