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Text von Sonntag, 23. July 2006

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 märchen-Stunde: Die Schöne und das Biest 
 Marburg * (sts)
Es ist eines der bekanntesten und schönsten Märchen überhaupt: Die Geschichte von der Schönen und dem Biest. Im 18. Jahrhundert veröffentlichte Jeanne-Marie Leprince de Beaumont das Märchen erstmalig. 1946 schuf Regisseur Jean Cocteau ein filmisches Meisterwerk. Seither wurde das Motiv unzählige Male aufgegriffen, zuletzt im Animations-Film "Shrek".
Ellen Bittmann und Uli Düwert nutzen die Vorlagen nun, um ein Hörtheater besonderer Güte zu schaffen. Das Stück feierte am Freitag (21. Juli) Premiere im Schnaps-und-Poesie-Theatersalon.
Um ihren Vater zu retten, begibt sich die schöne Bella auf das Schloß der Bestie. Zunächst ist sie entsetzt von der Häßlichkeit und dem bestialischen Verhalten des Tiers. Doch nach und nach entwickelt sie Zuneigung zu der leidenden Kreatur. Die Bestie erlaubt ihr schließlich den Besuch bei ihrem vor Krummer erkrankten Vater und liefert sich ihr damit aus. Wenn Bella innerhalb von einer Woche nicht zurückkehrt, wird das Biest sterben.
Bellas Schwestern und Brüder wollen ihre Rückkehr verhindern. Doch Bella hat Angst um das Biest und geht nach zehn Tagen zu ihm zurück. Als sie das bewußtlose Geschöpf küsst, verwandelt es sich in einen Prinzen.
Bellas wahre Liebe hat den unglückseligen Bann gebrochen. Gemeinsam fliegen die Liebenden in das Königreich des Prinzen und verleben viele glückliche Jahre.
Dramaturgisch geschickt, haben Bittmann und Düwert Dialoge aus dem Film in die alte Erzählung eingewebt. Die vielen Rollen im Stück verlangten den beiden Schauspielern bei großer Hitze im Theater einiges ab. Ob nun die affektierten Schwestern, die bezaubernde Bella oder der vor Angst schlotternde Vater, Ellen Bittmann brachte den Zuschauern allein durch ihre Stimme alle Charaktere näher. Uli Düwert glänzte vor allem in der Rolle des Biestes, das bei geschlossenen Augen sichtbar vor einem aufzutauchen schien. Die akustische Untermalung mit Musik, Gong- und Glockenschlägen verstärkte zusätzlich noch die spannungsgeladene Atmosphäre.
Wer sich also für eine gute Stunde mal vom Biergarten oder dem heimischen Garten lösen, sich für eine gute Stunde mal zurücklehnen, unterhalten lassen und träumen möchte, der sollte sich "Die Schöne und das Biest" nicht entgehen lassen. Die nächsten Vorstellungen sind am Freitag (28. Juli) Und Samstag (29. Juli) jeweils um 21 Uhr.
 
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