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Text von Montag, 5. Juni 2006

> k u l t u r<
  
 Völkerverständigung: Kinder tanzten am Richtsberg 
 Marburg * (sts)
Es war zwar bereits das 13. Internationale Cölber Kindertreffen, doch zum ersten Mal wurde der Abschluss am Marburger Richtsberg gefeiert. "Zum ersten Mal, aber bestimmt nicht zum letzten Mal", waren sich die Initiatoren Kurt Bunke vom Fröhlichen Kreis Cölbe und Awad Atalla vom Marburger Islamischen Kulturverein "Hadara" einig.
Bei wunderbarem Wetter boten die Kinder aus Sfax inTunesien, Rackeve in Ungarn sowie aus Marburg und Umgebung den rund 100 Zuschauern am Sonntag (4. Juni) auf dem Vorplatz des Netzwerks Richtsberg ein buntes, abwechslungsreiches Tanz- und Gesangsprogramm.
Den Auftakt machten die "Minis" des Fröhlichen Kreises. Unter Leitung und Teilnahme von Ilona Lindner boten die Vier- bis Sechsjährigen eine drollige Tanz- und Gesangseinlage. Es lief zwar nicht alles pannenfrei, doch Akteure wie Zuschauer hatten sichtlich Spaß.
Insgesamt 150 Kinder sind in dem 1983 gegründeten ungarischen Tanzverein "Bokreta Gyermekneptancegyuttes" (übersetzt: Blumenstrauß) aktiv. Ihr Repertoire umfasst traditionelle Bauerntänze, langsamere Markttänze und den schnellen, weltberühmten Czardas. Den Tänzerinnen und Tänzern war anzumerken, dass sie als eine der besten Gruppen ihres Heimatlandes schon überall in Europa aufgetreten sind.
Die orientalische Trommelgruppe der Astrid-Lindgren-Schule und die Hip-Hop-Combo vom Deutsch-Osteuropäischen Integrationszentrum (DOIZ) ebneten den Weg zu weniger folkloristischen Vorführungen. Das bescherte ihnen aber nicht weniger Applaus.
Besondere Höhepunkte des Tages waren sicherlich die Bauchtanz-Aufführungen. Zunächst zeigten die Mädchen vom DOIZ ihr Können. Anschließend erschien die Gruppe "Manel" (übersetzt: Hoffnung) aus Sfax auf der Bühne. Die Afrikanerinnen tanzten vielleicht eine Spur anmutiger, doch die DOIZ-Gruppe konnte sich ebenfalls sehen lassen.
Schließlich sollte die ganze Veranstaltung auch kein Wettbewerb sein, sondern Kinder unterschiedlicher Herkunft miteinander in Kontakt bringen. Den Abschluss des Cölber Kindertreffens auf den Richtsberg zu verlegen, hatte dabei weit mehr als nur symbolischen Wert. Schließlich besitzt der größte Marburger Stadtteil auch die größte kulturelle Fülle.
"Ich bin begeistert über diese Veranstaltung und beeindruckt von dem, was in den vergangenen Jahren hier am Richtsberg geleistet worden ist", sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) in seinem Grußwort. Alle Beteiligten waren sich einig, auch zum 14. Cölber Kindertreffen wieder auf dem Richtsberg gastieren zu wollen.
 
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