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Text von Montag, 19. Juni 2006

> k u l t u r<
  
 Eine Premiere: Auf Messers Schneide 
 Marburg * (atn/pm)
Premiere feiert eine neue Produktion der Deutschen Blindenstudienanstalt und des ACTeasy-Jugendtheaterclubs am Samstag (1. Juli) im Theater am g-werk.
"Auf Messers Schneide" hat Karin Winkelsträter frei nach dem Roman "Lord of the Flies" von William Golding inszeniert.
Nach einem Flugzeugabsturz findet sich eine Gruppe Jugendlicher auf einer unbewohnten Insel im Pazifischen Ozean wieder. Zunächst meinen sie, im Paradies zu sein, doch schon bald bedrohen Konkurrenz- und Machtkämpfe den Frieden.
Das berühmteste Werk des Nobelpreisträgers William Golding zeigt, wie zerstörerisch sich die triebhafte Seiten des Menschen und seine potentielle Gewaltbereitschaft auswirken können, wenn gesellschaftliche Normen und Tabus außer Kraft gesetzt sind. Die Kindheit erscheint nicht mehr im Zustand der Unschuld, sondern spiegelt in grotesker Verfremdung Handlungs- und Verhaltensmuster Erwachsener wieder.
Der Autor selbst bezeichnete sein Werk als Versuch "die Gebrechen der Gesellschaft auf die Gebrechen der menschlichen Natur zurückzuführen. Die Schlussfolgerung ist, dass der Zustand der Gesellschaft vom sittlichen Bewusstsein des einzelnen abhängt und nicht von irgendeinem politischen System, mag es noch so logisch oder ehrbar erscheinen."
In einer völlig neu zusammengefundenen Gruppe namens "NachtSicht" spielen sehbehinderte und blinde Schüler der Blista aus den Jahrgangsstufen 6 bis 11. "Auf Messers Schneide" ist ihre erste größere Produktion. Das Thema des Stoffes hat die Jugendlichen interessiert. Das Stück spricht Dinge an, die aus dem eigenen Leben bekannt sind.
Buch, Regie und Ausstattung stammen von Karin Winkelsträter. Die Assistenz haben Monika Saßmannshausen und Thorsten Büchner übernommen.
 
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