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Text von Mittwoch, 7. Dezember 2005

> s o n s t i g e s<
  
 Erfolgreiche Ermittlung: Brand und Einbrüche aufgeklärt 
 Marburg * (fjh/pm)
Noch am Nikolaustag hat die Polizei einen Teil der Vorkommnisse in der vorangegangenen Nacht aufgeklärt. Zwei Tatverdächtige haben die Beamten vorläufig festgenommen.
Die beiden Deutschen im Alter von 19 und 20 Jahren räumten in ihren ersten Vernehmungen eine ganze Reihe von Straftaten ein. Sie übernahmen dabei auch die Verantwortung für die Einbrüche, einen Fahrrad-Diebstahl, für Sachbeschädigungen und auch für das Feuer in einem Haus Am Schwanhof.
Gegen den einen 19-jährigen Deutschen bestand bereits wegen anderer Straftaten ein Haftbefehl. Er befindet sich in einer Haftanstalt. Der andere befindet sich in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Den 20-jährigen Marburger hatte die Polizei bereits kurz nach dem Wohnhaus-Brand in unmittelbarer Nähe des Brand-Ortes festgenommen. Zunächst leugnete er, für das Feuer verantwortlich zu sein, räumte aber gleich die Einbrüche in die naheliegenden Wohnhäuser, die Sachbeschädigungen und den Fahrrad-Diebstahl kurz vorher ein.
Die weiteren Ermittlungen ließen die Aussage hinsichtlich des Brandes immer unwahrscheinlicher werden. Schließlich gab der Festgenommene in einer weiteren Befragung doch die Beteiligung am Zustandekommen des - nach seinen Angaben nicht gewollten - Brandes zu.
Vorhandene polizeiliche Erkenntnisse und weitere Ermittlungen führten die Polizei schnell zu dem mutmaßlichen Mittäter. Den 19-jährigen Marburger nahm die Polizei im Laufe des Nikolaustages fest. Gegen ihn bestand bereits ein Haftbefehl wegen vorhergehender Straftaten.
Die beiden suchtkranken Männer erklärten sich in ihren Vernehmungen für mindestens 20 Einbrüche in den letzten vier Wochen im Marburger Süden verantwortlich. Als Motiv für die diversen Briefkasten-Aufbrüche, Keller-Einbrüche und Spind-Aufbrüche gaben sie "Beschaffungskriminalität" an.
Die Männer gaben zudem zu, in dem Altenheim in der Straße "Auf der Weide" Spinde aufgebrochen und mit dem erbeuteten Autoschlüssel den Audi A 4 gestohlen zu haben. Mit ihm seien sie - ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein - in wilder Raserei über die Frankfurter Straße und die Schwanallee sowie die Leopold-Lucas-Straße durch den Jägerzaun bis vor das Haus Nummer 65 gefahren.
Der Wohnhaus-Brand entstand nach Angaben der Festgenommen durch das unachtsame Entsorgen von Zigaretten im Keller-Geschoss. Das Feuer brach demnach angeblich erst nach dem Verlassen des Hauses aus.
Die Ermittlungen ergaben zudem Hinweise auf zwei junge Frauen, die zwar nicht am Nikolausvorabend, aber dann doch bei diversen anderen Straftaten dabei waren. Eine der jungen Damen - eine 17-jährige - befindet sich mittlerweile aufgrund eines bereits bestehenden Haftbefehls in der Justizvollzugsanstalt. Gegen die andere, eine 20-jährige aus Marburg, lagen keine Haftgründe vor.
Insgesamt dauern die Ermittlungen gegen alle vier noch an.
Ein Tat-Zusammenhang mit dem zweiten Brand in der Nikolausnacht gegen 03.30 Uhr kann zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen nicht hergestellt werden. Die weiteren Untersuchungen der Brandursachen-Ermittler der Kriminalpolizei Marburg ergaben entgegen den ersten Annahmen keine eindeutigen Hinweise auf Brandstiftung.
Das Feuer könnte demnach auch an oder in dem in der Garage abgestellten Audi entstanden sein. Der Wagen brannte komplett aus.
Das brennende - links und rechts der Garage stehende - ausgesonderte Mobiliar des erst kürzlich renovierten Kaufhauses erweckte dabei zunächst den Eindruck dreier Brandherde und damit vorsätzlicher Brandstiftung.
Gegenwärtig ermittelt die Kripo in alle Richtungen. Sie schließt derzeit weder einen technischen Defekt noch eine Brandstiftung als Ursache des Feuers aus.
Die Hitze-Entwicklung ließ Scheiben des Kellergeschosses des Kaufhauses zerplatzen. Dadurch drang der Rauch in das Gebäude ein. Die Folge war eine Ruß-Behaftung der Räume und Waren.
Die genaue Höhe des entstanden Schadens lässt sich nach wie vor nicht beziffern. Bedingt durch die noch vollständig vorhandene - nun nicht mehr zu gebrauchende - Ware für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft geht die Kripo von einem hohen sechsstelligen Betrag aus.
Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen gegen 03.30 Uhr in der Bahnhofstraße und der Elisabethstraße sollten Zeugen der Kripo Marburg unter ihrer Telefonnummer 06421/406-0 melden.
 
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