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Text von Dienstag, 6. Dezember 2005

> s o n s t i g e s<
  
 Ereignisreiche Nacht: Zwei Brände und drei Einbrüche 
 Marburg * (fjh/pm)
Eine ereignisreiche Nacht vermeldete die Marburger Polizei am Mittwoch (6. Dezember). Sie begann bereits am frühen Abend im Südviertel mit versuchten und vollendeten Wohnhaus-Einbrüchen, einer Sachbeschädigung in einem Wohnhaus und dem Brand eines dreigeschossigen Wohnblocks.
Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt vermutlich drei Täter unterwegs. In einem Haus an der Gisselberger Straße öffneten sie diverse Briefkästen, nahmen die Post mit und verteilten sie im Garten eines Nachbarhauses. Aus dem heimgesuchten Haus verschwand zudem ein Fahrrad.
In einem zweiten Wohnhaus in der Nebenstraße blieb es bei einem Einbruchsversuch. Direkt in der Nachbarschaft ereignete sich schließlich in den Kellerräumen eine Sachbeschädigung durch Vandalismus.
In der Waschküche verstreuten die Täter Waschmittel und Weichspüler. Aus einem Keller-Verschlag holten sie sich verschiedene Spirituosen, verzehrten sie und warfen die Flaschen kurzerhand auf den Kellerboden.
Direkt nach Bekanntwerden der ersten dieser Taten brannte ein dreigeschossiges Haus in der unmittelbaren Umgebung. Die starke Rauchentwicklung bemerkten Bewohner des Gebäudes mit 24 Mietparteien. Daraufhin informierten sie die Feuerwehr.
Kurz zuvor hatten Zeugen zwei dunkel gekleidete Männer weglaufen sehen. Diese dürftige Personenbeschreibung passt auf die beim vorangehenden Einbruch beobachteten mutmaßlichen Täter, nach denen die Polizei bereits fahndete.
Bei ihnen soll es sich um höchstens 25 Jahre alte Männer gehandelt haben. Sie seien mit schwarzen Wollmützen, schwarzen Jacken und schwarzen Hosen bekleidet gewesen. Vor ihrer Flucht sollen sie sich mit osteuropäischem Dialekt unterhalten haben.
Der Wohnhaus-Brand mit starker Rauchentwicklung führte zu einem Gebäude-Schaden von 40.000 Euro. Eine 25 Jahre alte Frau und ihre fünfjährige Tochter brachten sich durch den verqualmten Flur nach draußen in Sicherheit. Dadurch erlitten sie leichte Rauchvergiftungen, die eine weitere Behandlung und Beobachtung im Krankenhaus erforderlich machten.
Die Feuerwehr sorgte zudem dafür, dass andere Hausbewohner - teilweise über Leitern - das Haus verlassen konnten. Eine Evakuierung der Bewohner in den höher gelegenen Stockwerken war nach der schnellen Löschung des Feuers nicht mehr notwendig.
Die Polizei nahm im Rahmen der Fahndung nahe des Brand-Ortes einen 20-jährigen - in Marburg wohnenden - Deutschen fest. Er gab in seiner ersten Befragung zu, an dem Einbruch und Diebstahl eines Fahrrades in dem Haus an der Gisselberger Straße beteiligt gewesen zu sein. Er bestritt allerdings jeglichen Zusammenhang zwischen ihm und dem Brand. Der Mann befindet sich zurzeit noch in den Haftzellen der Polizei.
In den frühen Morgenstunden brannte es gegen 3.55 Uhr im Marburger Norden. Offenbar zündeten Unbekannte auf einer Abstellfläche gelagertes Mobiliar an mehreren Stellen an.
Das Feuer in einem offenen Untergeschoss griff auf das gesamte Geschäftshaus sowie auf eine Garagen-Box und das darin stehende Auto über. Insgesamt führte die Brand-Zehrung an Garage, Auto und Gebäude sowie die Raucheinwirkung auf die Waren des Kaufhauses zu einem Gesamtschaden in vermutlich sechsstelliger Höhe.
Ob die Brände und die sonstigen Straftaten in einem Zusammenhang miteinander stehen, bedarf ebenso weiterer Ermittlungen wie die Frage der Beteiligung des Festgenommenen. Zurzeit geht die Polizei aufgrund von Zeugenaussagen in beiden Fällen von Brandstiftung aus.
 
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