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Text von Dienstag, 14. November 2006

> s o n s t i g e s<
  
 Wie bei sich daheim: Dreister Dieb in Arztpraxis 
 Marburg * (fjh/pm)
Außergewöhnlich dreist ging ein Dieb am Montag (13. November) in einer Praxis in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Schwanallee vor. Weder störten ihn die gegenwärtige Öffnungszeit, noch die wartenden Patienten, noch die anwesenden Mitarbeiter der Praxis.
Als gehöre er in die Praxis, stiefelte der Mann durch den schmalen Flur in den großen Anmelde- und Patientenbereich. Er ignorierte die sicht- und hörbaren Patienten und ging schnurstracks hinter die Theke des Empfangs. Auch störte ihn nicht, dass jederzeit wieder eine Bedienstete zurückkehren konnte.
Der Mann nahm einen Schlüsselbund vom Schreibtisch und begann die Schlüssel auszuprobieren. Einer passte in einen Schrank für die Wertsachen der Bediensteten. Der Dieb öffnete den Schrank und griff zu.
Just beim Herausnehmen einer Geldbörse trat eine Angestellte hinzu und stellte ihn zur Rede. Das folgende lauter werdende Wortgefecht brachte die erhoffte Verstärkung aus dem Wartezimmer und von den Kolleginnen. Gemeinsam schafften es die Frauen, dass sich der überraschte Dieb identifizierte.
Er übergab ihnen eine auf den gleichen Namen lautende Sparkassen- und Krankenkassenkarte, deren Daten die Damen abschrieben. Der Ertappte übergab schließlich die noch in den Händen gehaltenen Geldbörsen. Erst auf spezielle Nachfrage gab er auch die bereits eingesteckte Brieftasche zurück.
Anschließend gelang es dem Mann zu flüchten. Dabei scheiterte jedoch sein Versuch, den handgeschriebenen Notiz-Zettel mit dem Namen an sich zu reißen.
Die Fahndung nach dem 1,70 Meter großen Mann mit dunklem Teint, schmalem Gesicht und Glatze verlief erfolglos. Der Gesuchte trug dunkle Kleidung und eine schwarze Schildmütze. Ob es sich bei ihm um den - nach den abgeschriebenen Daten 30-jährigen - Marburger iranischer Herkunft handelt, bedarf weiterer Ermittlungen.
Zumindest blieb seine Dreistigkeit ohne Lohn. Beute machte der Mann, der weder drohte noch handgreiflich wurde nicht.
 
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