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Text von Samstag, 25. Februar 2006

> s o n s t i g e s<
  
 Täter und Terrassen: 20 Einbrüche in 14 Tagen 
 Marburg * (fjh/pm)
Mehr als 20 Wohnungseinbrüche hat die Kriminalpolizei Marburg in den letzten 14 Tagen registriert. Deswegen hat sie die Bevölkerung am Freitag (24. Februar) zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen.
Die Einbrüche haben sich auf das Marburger Stadtgebiet und die Ortsteile rundherum verteilt. Bisher liegen der Polizei nur sehr wenige und recht vage Hinweise dazu vor. Wegen der immer gleichen Vorgehensweise beim Eindringen in die Häuser und Wohnungen wie auch der meist gleich gelagerten Beute macht die Kripo für diese Serie einen Täter oder eine Tätergruppe verantwortlich.
Die Einbrecher schlugen fast immer in der Nacht zwischen 1 und 3 Uhr zu. Sie durchquerten Gärten, kletterten über Mauern oder Zäune und hangelten sich sogar auf Balkone bis in die Obergeschosse, um an die meist auf der Haus-Rückseite liegenden Terrassentüren heran zu kommen. Durch Manipulation an den Schlössern und die Verwendung von Spezialwerkzeugen öffneten die Täter diese Türen. Dann drangen sie - selbst bei anwesenden schlafenden Bewohner - ein.
In der Regel durchsuchten sie alle Räume und das Mobiliar. Sie stahlen Elektronik-Teile wie Computer, Laptops, Digital-Kameras und Handys. Aber auch Schmuck und Bargeld ließen sie mitgehen.
Die Gesamthöhe des entstandenen Schadens steht nicht fest. Sie dürfte aber rein materiell bereits bei mehreren Zehntausend Euro liegen.
Deswegen rät die Polizei zu einer zusätzlichen Sicherung von leicht erreichbaren Terrassentüren und Fenstern. Diese Zusatzsicherungen lassen sich mitunter mit einfachen Mitteln realisieren. Das könnten beispielsweise abschließbare Griffe sein. Eine Nachrüstung mit diesen Griffen stellt nach Einschätzung der Polizei kein Problem dar.
Oftmals hilft auch ein zusätzliches Schloss an Tür oder Fenster oder eine anderweitige Sperre der Drehmöglichkeit des Griffs. Sollte es dem Einbrecher trotz aller Vorsichtsmaßnahmen noch immer gelingen, die Tür oder das Fenster zu öffnen, hilft manchmal ein einfach im Weg stehendes Hindernis, dessen Beseitigung Lärm verursacht. Ein schwer erreichbarer Bewegungsmelder, der Licht über der Terrassentür oder dem Fenster einschaltet, könnte einen Einbrecher ebenfalls in die Flucht treiben.
Die Polizei rät: "Aktivieren sie Nachbarn und verabreden sie ein gegenseitiges Aufpassen auf das Haus oder die Wohnung!"
Letztlich kann natürlich niemand für eine absolute Sicherheit garantieren. Aber viele Hindernisse, die dem Einbrecher entgegenstehen, die Zeit kosten oder Lärm verursachen, könnten ihn von seiner Tat abhalten. Zudem lassen sie den Bewohner mit einem entsprechenden Sicherheitsgefühl ruhiger schlafen.
Für eine kostenlose Beratung zum Einbruchsschutz steht die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf unter der Telefonnummer 06421/406-123 zur Verfügung.
Für ihre Ermittlungen benötigt die Polizei Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen insbesondere in den späten Abendstunden. Fremde Personen mit einem Rucksack oder einer Tasche könnten dabei bereits einen Anlass zur Benachrichtigung der Polizei bieten. Wenn der eben noch gesehene plötzlich verschwindet, dann interessiert sie das erst recht.
Wer nachts Personen durch Hinterhöfe oder Gärten schleichen sieht, sollte ebenfalls sofort die Polizei anrufen. Das gleiche gilt natürlich auch für Fassadenkletterer. Ein weiterer Anhaltspunkt könnten auch besonders langsam fahrende unbekannte Autos oder Fahrräder sein.
Für die Kripo Marburg zählt jeder Hinweis. Dabei kann kein Anruf - auch nicht der, der sich als harmlos oder unbegründet herausstellt - zu viel sein.
 
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