Text von Montag, 5. Dezember 2005
| Betreuungs-Modell: Ganztagsschule für Kreis-Kinder | ||
| Marburg * (fjh/pm)
1.215 Kinder werden derzeit an den Grundschulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf betreut. Das sind 106 mehr als im letzten Schuljahr. Die Steigerung resultiert vor allem aus einer verstärkten Kooperation des Landkreises mit Fördervereinen an den Schulen. "Durch dieses Engagement von Eltern und Schulleitungen konnten wir auch in diesem Schuljahr wieder mehr Betreuungsplätze zur Verfügung stellen und damit zur weiteren Optimierung des Angebotes beitragen", erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern am Montag (5. Dezember). Als weiterer wichtiger Partner sorgen einige Städte und Gemeinden im Landkreis dafür, dass zusätzliche Plätze vorhanden sind. Neben der Gemeinde Lahntal und der Stadt Rauschenberg sind jetzt die Stadt Wetter und die Gemeinde Wohratal aktiv, um Kapazitäten zu erweitern oder zu erhalten. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist insbesondere an großen Grundschulstandorten hoch. Dort war die Anzahl der Plätze in der Vergangenheit nicht ausreichend, so dass in den letzten Schuljahren viele Kinder zun"chst auf Wartelisten gef?hrt werden mussten. Sie konnten erst dann an einem Betreuungsangebot teilnehmen, wenn ein anderes Kind wieder abgemeldet wurde. Mittlerweile steht für alle angemeldeten Kinder der ersten und zweiten Klassen sowie fast alle Kindern der dritten und vierten Klasse ein Platz zur Verfügung. Das Betreuungsangebot an den Grundschulen wird vom Landkreis seit Anfang der 90er Jahre organisiert. Es gilt hessenweit als Vorzeigeprojekt. Insgesamt ermöglicht der Landkreis mit der Bereitstellung von 30 Stellen im Haushaltsplan die Beschäftigung von mehr als 50 fest angestellten p"dagogischen Fachkr"ften zur Durchf?hrung der Betreuungsangebote. Entgegen einem Einsparvorschlag des Landesrechnungshofes aus dem Jahre 2001 hat sich der Kreistag f?r die Weiterf?hrung des Angebotes ausgesprochen. Allerdings hat er zugleich keine Erweiterung der zur Verf?gung stehenden Stellen zugelassen. Um dennoch einen bedarfsgerechten Ausbau der Schulbetreuung zu erreichen, setzt der Landkreis verstärkt auf den Ausbau der Zusammenarbeit mit F"rdervereinen, St"dten und Gemeinden sowie eine Flexibilisierung des Angebots. Nur so k"nnen weitere Kapazit"ten geschaffen werden. Die rund 100 zusätzlichen Plätze konnten zu Beginn dieses Schuljahres durch Kooperationsvereinbarungen mit Fördervereinen an den Schulen in C"lbe, Fronhausen, Gladenbach-Weidenhausen, Kirchhain, Lohra, M?nchhausen und Wetter geschaffen werden. Die F"rdervereine ?bernehmen in diesen Modellen die Tr"gerschaft f?r zus"tzliches Personal, das in der Regel zu den sogenannten Sto~zeiten ?ber die Mittagszeit das Stammpersonal des Kreises verst"rkt. Mehr Kinder können dadurch aufgenommen werden. Finanziert wird dieses Personal aus den so zusätzlich zu erzielenden Elternbeiträgen. An den Grundschulen in Großseelheim und Lohra werden schon seit einigen Jahren mit Hilfe der F"rdervereine au~erdem ganzt"gige Angebote gemacht, die jedoch f?r die Eltern mehr Kosten verursachen. Durch flexiblen Personaleinsatz gelingt es aber dennoch ein attraktives Angebot zu unterbreiten. "Das Engagement der Eltern in den Vereinen, aber auch der Schulleitungen verdient eine besondere Anerkennung", meinte McGovern. Gerade diejenigen Eltern, die durch Familie und Beruf belastet sind, zeigten viel Kreativit"t und Energie, um beim Ausbau der Betreuungseinrichtungen aktiv mitzuhelfen. Der Landkreis unterstützt deshalb die Vereine mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen. Die Personalverwaltung und die Vereinnahmung der Elternbeitr"ge werden vom Landkreis f?r die Vereine kostenlos vorgenommen. Auch zus"tzliche Gelder f?r Spiel- und Besch"ftigungsmaterial k"nnen vom Landkreis durch Umverteilung bereitgestellt werden. McGovern hofft, dass die Beispiele der Zusammenarbeit mit Fördervereinen sowie Städten und Gemeinden Schule machen und so weiterhin ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot f?r Grundschulkinder im Landkreis realisiert werden kann. | ||
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