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Text von Donnerstag, 29. Dezember 2005

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 Marburg * (fjh/pm)
"Marburg-Biedenkopf soll nicht schlechter gestellt werden als andere Landkreise", fordert Dr. Karsten McGovern. Der Erste Kreisbeigeordnete äußerte sich unzufrieden mit der Förderung der Ganztagsschulen im Kreis.
Nur eine Stelle pro Jahr soll es für die nächsten drei Jahre vom Hessischen Kultusministerium für den Ausbau des Ganztags-Angebots im Landkreis Marburg-Biedenkopf geben. Acht weiterführende Schulen haben einen Antrag auf eine pädagogische Mittagsbetreuung für das nächste Jahr gestellt. Drei Grundschulen befinden sich in den Startlöchern, um ein Ganztags-Angebot in Kürze einzurichten.
"Wir müssen diesen Schulen jetzt leider mitteilen, dass nur eine Schule pro Jahr einen Zuschlag erhalten kann und damit acht Schulen in den nächsten Jahren überhaupt keine Chance auf Einrichtung eines Ganztags-Angebotes
erhalten", teilte McGovern am Freitag (30. Dezember) mit. Angesichts des hohen Engagements an den betreffenden Schulen, aber auch an allen Schulen, die sich perspektivisch eine Erweiterung zur Ganztagsschule vorstellen können, müsse diese Nachricht demotivierend wirken.
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hatte bereits Ende der 80er Jahre bis Anfang der 90er Jahre an seinen fünf eigenständigen Förderschulen und an fünf von sieben Gesamtschulen Ganztags-Angebote eingerichtet. Für diese Schulen - und inzwischen auch für weitere Schulen - hat der Landkreis trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen in den letzten Jahren rund vier
Millionen Euro für den Bau und die Einrichtung von Cafeterien und Küchen aufgewandt. Diese Maßnamen hat der Kreis auch personell unterstützt.
In einem Schreiben an das Hessische Kultusministerium hat der Erste Kreisbeigeordnete daher um Nachbesserung gebeten. Der Landkreis solle nicht schlechter gestellt werden als andere Landkreise, die immerhin mit drei Stellen pro Jahr Zuwachs rechnen können.
"Das Argument des Landes, zunächst dort den Ausbau zu betreiben, wo in der Vergangenheit wenig getan wurde, ist für uns nicht schlüssig", erläuterte McGovern. Ebenfalls unbefriedigend sei, dass Schulen, die schon jetzt ein Ganztags-Angebot vorhalten, ganz von der Förderung ausgeschlossen sind und damit ebenfalls dauerhaft keine Chance auf einen Ausbau bekommen.
Einerseits haben diese Schulen schon heute Schwierigkeiten, ihre Konzepte an fünf Tagen in der Woche zu realisieren, andererseits würde damit der Weg zu einem pädagogisch wertvollen Ganztags-Angebot, das über die pädagogische Mittagsbetreuung hinaus geht, auf lange Sicht verstellt.
 
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