Sie sind hier: marburgnews >
Heute ist Donnerstag, 11. Juni 2026

Text von Donnerstag, 15. Dezember 2005

> b i l d u n g<
  
 China-Connection: Kooperation Wuhan und Marburg 
 Marburg * (fjh/pm)
Ab sofort können Studierende der Wuhan-Universität einen Teil ihrer juristischen Bachelor-Ausbildung in Marburg absolvieren. Am Mittwoch (15. Dezember) unterzeichneten Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Nienhaus und der Vorsitzende des Universitätsrats der Wuhan-Universität Prof. Dr. Gu Hailiang ein Rahmenabkommen für künftige Kooperationen. Wuhan ist eine der besten und forschungsstärksten Universitäten der Volksrepublik.
Die Wuhan-Universität hatte anlässlich der Vertragsunterzeichnung eine siebenköpfige Delegation nach Marburg entsandt. Ergänzend zu der Vereinbarung wurde ein Abkommen zwischen den Fachbereichen Rechtswissenschaften der Philipps-Universität und der Wuhan-Universität unterzeichnet. In diesem Vertrag vereinbaren Prof. Dr. Gu Hailiang und der Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften Prof. Dr. Winfried Mummenhoff, dass Wuhaner Studierende künftig einen Teil ihres juristischen Bachelor-Studiums in Marburg durchführen können.
Nach einer Deutschprüfung in Wuhan werden die Studierenden für ein Jahr nach Marburg kommen, wo sie in ausgewählten Gebieten des deutschen Rechts unterrichtet werden. Ihre hier erbrachten Studienleistungen werden dabei voll auf den heimatlichen Studiengang angerechnet.
Im Zuge der Konsolidierung ihrer Hochschulkooperationen ist die Philipps-Universität derzeit bestrebt, in den einzelnen Ländern Schwerpunktpartnerschaften einzurichten. "Dies erscheint gerade in der Zusammenarbeit mit China geboten", erklärte Nienhaus. In der Wuhan-Universität sieht er einen guten möglichen Partner.
Die Wuhan-Universität ist eine der anerkanntesten Hochschulen in China. Sie bietet die Chance einer Zusammenarbeit auf vielen Gebieten. "Im nationalen Vergleich rangiert unsere sehr forschungsstarke Universität auf Rang fünf oder sechs", berichtete Gu Hailiang.
Die zentral in China gelegene Stadt Wuhan mit rund sechs Millionen Einwohnern ist Hauptstadt der Provinz Hubei und ein bedeutender Industriestandort. Neben der Wuhan-Universität, die Ende des 19. Jahrhunderts als erste chinesische Universität nach westlichem Vorbild errichtet worden war, beherbergt die Stadt auch weitere namhafte Hochschulen wie etwa die Huazhong University of Science and Technology. Zu dieser Hochschule unterhält die Philipps-Universität im Rahmen einer anderen Partnerschaft schon jetzt Kontakte.
Schon 1989 war die Universität eine Partnerschaft mit der Tongji-Universität in Shanghai eingegangen.1952 war als Teilbereich dieser Hochschule die Medizinische Tongji-Universität nach Wuhan ausgegliedert worden. Diese ausgegliederte medizinische Einheit wiederum, zu der die Philipps-Universität ebenfalls Kontakte pflegt, wurde vor wenigen Jahren in die Huazhong University of Science and Technology integriert.
Bereits in diesen Tagen finden weitere Gespräche mit Blick auf Studierendenaustausch und gemeinsame Forschungsprojekte statt. Zunächst sondieren die Universitätsvertreter Möglichkeiten im Bereich der Medizin und der Life-Sciences. Insbesondere auch für die Virologie ist Wuhan ein interessanter Partner. Die Universität betreibt das einzige virologische Hochsicherheitslabor in China. Ein vergleichbares Labor soll auch in Marburg im in Betrieb genommen werden.
"Auch in den Sozialwissenschaften finden sich viele interessante Ansätze für gemeinsame Projekte", so Gu Hailiang, der diese ebenfalls weiter verfolgen will.
Verantwortlich für die Betreuung der ersten chinesischen Studierenden, die nach Marburg kommen, ist Prof. Dr. Gilbert Gornig, Direktor des Instituts für Öffentliches Recht. Gornig verfügt über gute Beziehungen nach China und reist auch häufig in das Land, wo er zuletzt unter anderem zu einem Symposium des Nationalen Volkskongresses eingeladen war. Eines seiner aktuellen Forschungsprojekte beschäftigt sich zudem mit der internationalen Rolle Chinas und mit der Entwicklung des Rechtswesens - insbesondere auch des Verfassungsrechts - in der Volksrepublik.
 
 Ihr Kommentar 


Bildung-Archiv






© 2005 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg