Text von Mittwoch, 14. Dezember 2005
| Friedens-Ehrung: Peter-Becker-Preis ausgeschrieben | ||
| Marburg * (atn/pm)
Den Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung schreibt die Philipps-Universität auch für das Jahr 2006 aus. Er wird auf Empfehlung einer Kommission des Zentrums für Konfliktforschung (ZfK) der Universität vergeben. In die Auswahl kommen jene Arbeiten oder Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung, den Verlauf und die Bearbeitung von Konflikten vorantreiben. Außerdem sollen sie eine praktische Umsetzung im Sinne der Konfliktregelung ermöglichen. Der mit einem Geldbetrag von 10.000 Euro verbundene Preis gehört zu den bestdotierten deutschen sozialwissenschaftlichen Auszeichnungen. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Die Frist für die Einreichung von Arbeiten oder Projekten endet am 30. Juni 2006. Stifter des Preises ist der Marburger Rechtsanwalt Dr. Peter Becker. Im Jahr 2005 wurde der Peter-Becker-Preis erstmals für das Jahr 2004 vergeben. Er soll laut Becker Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ehren, die ihre Theorien in die Tat umsetzen, so dass die aktive Mitarbeit an zivilen Friedensprozessen gefördert wird. Das Präsidium der Universität, das über die Vergabe des Preises entscheidet, unterstützt den Peter-Becker-Preis als "Zeichen für das zivilrechtliche Engagement der Universität". Seit seiner Gründung im Jahr 2001 hat sich das Zentrum für Konfliktforschung zu einer weithin renommierten Institution entwickelt, die unter anderem zahlreiche von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Volkswagenstiftung geförderte Projekte durchführt. Es prägt wesentlich eines der "Kompetenzcluster", die von der Philipps-Universität als strategische und profilbildende Schwerpunkte benannt wurden. Vor einigen Monaten konnte es zudem über 12.000 Monographien aus einer der renommiertesten deutschen Bibliotheken im Bereich Friedens- und Konfliktforschung, der Sammlung der Arbeitsstelle Friedensforschung Bonn (AFB), übernehmen. Eine weitere Sammlung erhielt das ZfK von der Bonner Informationsstelle Wissenschaft und Frieden (IWIF). Auch in der Lehre hat sich das ZfK profiliert. Seine Mitarbeiter stammen aus zwölf Fachbereichen der Universität. Der seit dem Wintersemester 2004/2005 angebotene Masterstudiengang "Friedens- und Konfliktforschung", der wesentlich von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF) finanziert wird, erfreut sich größter Nachfrage bei Studierenden. Das Zentrum ist zudem die einzige Institution in Deutschland, die Friedens- und Konfliktforschung im Nebenfach anbietet. In diesem Rahmen bildet es bereits jetzt rund 1.100 Studierende aus. In der Zeitschrift "Internationale Politik", die von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik herausgegeben wird, wurde das Marburger Masterprogramm jüngst auch als "Studiengang des Monats" vorgestellt. Damit ist es der erste Studiengang für Friedens- und Konfliktforschung, der in dieser angesehenen Fachzeitschrift portraitiert wurde. | ||
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