Text von Dienstag, 13. Dezember 2005
| Rucksack-Räuber: Bedrohung als angeblicher Spaß | ||
| Marburg * (fjh/pm)
Umfangreiche Ermittlungen der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität (AGGAS) haben zur Aufklärung eines versuchten Raubs geführt. Die Tat ereignete sich am Mittwoch (7. Dezember) gegen 22.30 Uhr in der Ketzerbach. Ein 50-jähriger Fußgänger begegnete auf dem Weg in die Marbach in Höhe der Fußgängerampel zur Deutschen Blindenstudienanstalt (BliStA) einer Gruppe von Jugendlichen. Nachdem ihn jemand aus der Gruppe angerempelt hatte, versuchten Nachzügler ihm seinen Rucksack wegzunehmen. Sie hielten den Rucksack fest und forderten die Herausgabe. Der couragierte Mann erinnerte sich allerdings an seinen Karate-Unterricht und nahm eine entsprechende Abwehrhaltung ein. Letzlich führte das dazu, dass die Jugendlichen ohne Beute abzogen. Zu diesen Jugendlichen gehören nach den Ermittlungen der AGGAS zwei Schüler im Alter von 16 Jahren. Diese Jungen haben eine für die Polizei nicht nachvollziehbare Auffassung von Spaß- und Freizeitgestaltung. Nach ihren Angaben handelte es sich bei dem versuchten Ruabüberfall nur um einen Spaß. Ihr Vorgehen liege gegenwärtig im Trend, behaupteten sie. Sie sprechen aus ihrer Gruppe heraus irgendwelche Leute an und verlangen ihre Tasche oder den Rucksack. Angeblich wollen sie dabei nur sehen, wie die Leute reagieren. Eine tatsächliche Raub- oder Diebstahls-Absicht bestritten sie. Ihr Ziel sei es lediglich, die Leute zu erschrecken, nicht aber ihnen etwas abzunehmen. In mindestens einem zweiten Fall hätten sie das auf diese Art durchgezogen., berichteten sie.. Nach ihrem "Spaß" kommen jetzt noch Ermittlungen wegen versuchten Raubes oder räuberischer Erpressung zu bisherigen Ermittlungen wegen anderer Delikte gegen diese Jugendlichen hinzu. | ||
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