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Text von Donnerstag, 9. Dezember 2004

> s o z i a l e s<
 
 

 Das Kreuz verdient: Auszeichnung für Bürgerrechtler 
 Marburg * (atn)
Für sein unermüdliches Engagement zugunsten der Würde und der Rechte besonders der Schwächeren wurde Franz-Josef Hanke am Donnerstag (8. September) mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Im Historischen Saal des Rathauses kamen Oberbürgermeister Egon Vaupel, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Alt-Oberbürgermeister Dietrich Möller, der Hessische Justizminister Dr. Christean Wagner zusammen, um Hanke "Danke" zu sagen. Mindestens genauso wichtig wie diese Amtträger waren jedoch der zu Ehrende und seine Familie sowie Freunde und Weggefährten.
Vaupel würdigte die Zeit, die Hanke beruflich und in seiner Freizeit für die Gesellschaft geopfert hatte. Als Sehbehinderter hat er dabei neben der Suche nach seinem eigenen Lebensweg auch zahlreichen anderen Menschen bei ihren weiteren Schritten geholfen. Der gebürtige Bonner gründete 1986 das fjh-Journalisten Büro in Marburg. Seither arbeitet er freiberuflich für Tageszeitungen, Zeitschriften und den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk.
Der Oberbürgermeister hob in seiner einführenden Rede hervor, dass Hanke "als einer der wenigen freiberuflichen Journalisten klassische Themen der Bürgerrechte mit besonderem Augenmerk für die Rechte von behinderten Menschen durch kontinuierliche Pressearbeit kritisch begleitet".
Neben seinem Beruf hat Hanke auch zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten wahrgenommen. So trat er 1981 der Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union (HU) bei. Sechs Jahre später wurde er Vorsitzender des HU-Ortsverbands Marburg.
Auch für "Bündnis90/Die Grünen" und den Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie die "Omnibusfreunde Marburg" (OFM) war er jahrelang tätig. Und schließlich fehlte er auch nicht in der Deutschen Journalisten-Union (DJU), dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und dem Verein "Behinderte in Gesellschaft und Beruf" (BiGuB). Seine Unermüdlichkeit zeigt sich schon in der immer länger werdenden Aufzählung. Trotzdem noch zu erwähnen bleibt sein Engagement in der Aktion Mensch (AM) und bei der IG Medien.
Im Anschluss an die feierliche Kreuzübergabe sprachen Freunde und Bekannte. Sie berichteten von ihren Erfahrungen mit der Zusammenarbeit mit dem Journalisten und Menschenrechtler.
Bei der Verleihung eines Preises gehe es darum, als Vorbild zu dienen, um Werte zu vermitteln, betonte Hanke. Marburg habe eine Reihe von Persönlichkeiten beherbergt, die es seiner Meinung nach noch zu würdigen gilt. Er zählte hierbei unter anderem Martin Luther, Philip Melanchton und Hedwig Jahnow auf. Er sei stolz, in einer Stadt wie Marburg zu leben.
Auch wenn es nicht immer einfach und angenehm sei, sein Kreuz für Menschen hinzuhalten, die einem persönlich unangenehm sind, so sei es doch notwendig, erklärte Hanke seine Arbeit. Menschenrechte definierte er als die Rechte aller Menschen und nicht nur als die Rechte derjenigen, die angenehm sind.
Bevor er bildlich sein Kreuz unter seinen Freunden und Bekannten verteilte, die an dieser Ehrung auch ihre Anteile hätten, sprach Hanke einen Wunsch aus. Er habe den Eindruck, dass "manche Leute verbiestert sind" und hofft auf mehr Lockerheit und Humor im täglichen Umgang und in der gemeinsamen Arbeit. Jeder solle seine Talente in die Gesellschaft einbringen und das Anders-Sein Anderer akzeptieren.
 
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