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Text von Samstag, 1. Januar 2005

> s o z i a l e s<
  
 Sucht vorbeugen: Kreis stellt neue Konzeption vor 
 Marburg * (fjh/pm)
Gemeinsam und frühzeitig sollten alle dem Suchtverhalten entgegenwirken. Das lässt sich als Ziel der "Konzeption Suchtprävention" im Landkreis Marburg-Biedenkopf ansehen.
Bei der Vorstellung der Konzeption am Freitag (14. Januar) betonte Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern, dass eine wirkungsvolle Suchtprävention nur funktioniert, wenn möglichst viele Institutionen sich daran beteiligen, die für Kinder und Jugendliche in deren Sozialisation von Bedeutung sind. Die "Konzeption Suchtprävention" versteht sich daher als Aufforderung, die schon vorhandenen Ansätze der Suchtprävention weiterzuführen und noch zu verstärken.
Im Landkreis Marburg-Biedenkopf existiert seit 1983 die Präventionsfachstelle im Fachbereich Gesundheit und seit 1994 die Fachstelle für Suchtprävention in Stadtallendorf. Die dort tätigen Fachkräfte arbeiten auf vielen Ebenen in der Elternarbeit, der Information und Fortbildung von Multiplikatoren, der Begleitung und Durchführung von Projekten in Kindergärten, Schulen und Freizeiteinrichtungen sowie in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten nach fachlich erforschten Standards der Suchtprävention und führen regelmäßig eine Qualitätssicherung durch.
Mit der vorliegenden Konzeption soll die Arbeit aller in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit tätigen Fachkräfte unterstützt werden. "Suchtprävention muss zu einem alltäglichen und dazugehörigen Thema in der verbandlichen und gemeindlichen Jugendarbeit, in den Kindertagesstätten, in der Schule, in der Beratungsarbeit und auch bei den Eltern werden", erklärte mcGovern. Nur so könne eine umfassende Strategie gegen Abhängigkeit erfolgreich sein.
Das Thema "Prävention" ist durch das geplante Präventionsgesetz verstärkt in der Diskussion. Suchtprävention ist ein Teil der Prävention, die nach dem Verständnis der umfassenden Gesundheitsförderung arbeitet. Gemäß Aaron Anatovsky , sollen Menschen in einem Fluss voller Gefahren, Strudeln, Biegungen und Stromschnellen zu guten Schwimmern gemacht werden statt die Ertrinkenden aus dem Strom zu reißen. Anatovsky ist der Begründer der sogenannten "Salutogenese ". Darunter versteht man die Lehre darüber, was Menschen gesund erhält.

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