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Text von Dienstag, 13. Dezember 2005

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 Umstellungs-Chaos: McGovern verspricht Aufarbeitung 
 Marburg * (atn/pm)
Viele Beschwerden und Umstellungsprobleme hat es zum Fahrplanwechsel am Sonntag (11. Dezember)gegeben. Das teilte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGoverny am Freitag (16. Dezember) mit. Zum Fahrplanwechsel war ein Teil der Buslinien im Landkreis Marburg-Biedenkopf an die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft Linineverkehr (ALV) übergeben worden.
"Dies ist für eine Reihe von Kunden sehr ärgerlich, was wir gut verstehen können", sagte McGovern. "Wir bemühen uns deshalb um schnelle Abhilfe".
Gleichzeitig gebe es aber auch viele positive Rückmeldungen von Privatpersonen, Städten und Gemeinden und von Schulen. Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit des Regionalen Nahverkehrsverbandes (RNV) waren schon vor dem Fahrplanwechsel viele Hinweise zum Fahrplan eingegangen. Neben vielen Beschwerden gebe es aber gerade von den großen Schulen des Landkreises positive Rückmeldungen zur Einführung des neuen Fahrplans. Ihrer Meinung nach funktioniert er relativ reibungslos und hat viele Verbesserungen ergeben.
Mit der Betriebsaufnahme haben sich aber auch die zwei üblichen Problemtypen bei derartigen Fahrplanwechseln gezeigt: Da sind einerseits die fahrplantechnischen Probleme zu nennen. Dies sind vor allem nicht funktionierende Umstiegs-Beziehungen und Kapazitätsprobleme auf einzelnen Linien. Andererseits sind es fahrtechnische Schwierigkeiten. Dazu zählen fehlende Fahrtzielanzeigen, Verspätungen, nicht ausreichende Informationen und fehlende Fahrpläne in den Aushängekästen.
Die fahrtechnischen Probleme haben mit der Eingewöhnung der ALV zu tun. "Wenn ein neues Busunternehmen auch gleichzeitig ein neu geplantes Liniennetz übernimmt, sind solche Eingewöhnungsschwierigkeiten nicht ungewöhnlich", räumte McGovern ein. Daher habe es am Freitag (16. Dezember) neben den laufenden Rückkopplungen ein weiteres Gesprääch auf Geschäftsleitungsebene gegeben. Gemeinsames Ziel sei es, die Schwierigkeiten schnellstens abzustellen.
Auch bezüglich der Busfahrer bittet der RNV um Verständnis. Der neue Fahrplan bringe es mit sich, dass mehr Busfahrer als bisher tätig sind. Viele müssten sich erst zurecht finden, die Kunden kennen lernen und das Vertrauensverhältnis zu Schulen, Eltern und Schülern aufbauen.
Die Umstellungsschwierigkeiten sind nach Erkenntnissen aus anderen Regionen nicht überraschend. Gerade wenn ein Fahrplanwechsel mit einer Neuplanung in dem Ausmaß wie im Landkreis Marburg-Biedenkopf einhergehe, seien Anpassungsprobleme normal. Immerhin seien mehr als 25 Fahrzeuge und rund 1,2 Millionen Nutzwagenkilometer pro Linienbündel neu organisiert worden.
Insgesamt liegen zurzeit noch 75 Beschwerden vor. Ihre Bearbeitung soll im ständigen Dialog mit dem Linienbetreiber erfolgen.
Einige Maßnahmen sind bereits realisiert worden. Grundschüler aus Gisselberg fahren seit Mittwoch (14. Dezember) bereits mit einem Extrabus um 11.35 und 12.35 Uhr nach Hause. Auf der Regionalbuslinie 383 fährt seit Freitag (16. Dezember) um 8.07 Uhr ab Lohra ein 15-Meter-Verstärkerfahrzeug. Alle Busse werden provisorisch mit Fahrtzielschildern ausgestattet, soweit dies elektronisch noch nicht machbar ist, um den Schülerinnen und Schülern den Einstieg in die richtigen Fahrzeuge zu erleichtern.
Schnelle Abhilfe strebt der RNV für die Beförderung der Bürgelner Kinder nach Kirchhain, die Beförderung der Schüler aus Bad Endbach, Gladenbach und Lohra zur August-Hermann-Francke-Schule in Gießen, die Anbindung der Weimarer Ortsteile Wenkbach, Argenstein und Wolfshausen nach Marburg und für die Grundschulbeförderung in Lohra an. Außerdem sollen die Busverbindungen vom Ebsdorfergrund nach Marburg, die Beförderung der Schülerinnen und Schüler der Stiftsschule Amöneburg sowie die Veränderung der Bushaltestellensituation im Gladenbacher Stadtteil Runzhausen in Angriff genommen wurden.
In Gesprächen mit Kunden stellten die Mitarbeiter von RNV und ALV fest, dass es noch weiteren Informationsbedarf gibt. Dem will der RNV nachkommen.
Viele Informationslücken wurden bereits mit der kreisweiten Verteilung von Teilbereichsausgaben der Fahrpläne und durch speziell für die Schulen ausgearbeitete Fahrplane gefüllt. Um weitere Schwierigkeiten zu erkennen und auch darauf reagieren zu können, bittet McGovern um direkte Mitteilung an den RNV. Er kann unter der e-Mail-Adresse stblr_1@marburg-biedenkopf.de erreicht werden. In vielen Fällen könne durch Information weitergeholfen werden. In einer Reihe auftretender Probleme habe der RNV kurzfristig Abhilfe schaffen können.
In einem für Donnerstag (22. Dezember) geplanten Gespräch zwischen RNV und ALV sollen die grundlegenden Fragen und die gesamten aufgetretenen Probleme besprochen und aufgearbeitet werden.
 
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