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Text von Montag, 28. November 2005

> p o l i t i k<
  
 Lange kurze Leitung: Fahrgäste im Schnee-Chaos 
 Marburg * (fjh)
Ganze Regionen tagelang vom Stromnetz abgeschnitten hat das Schneechaos im Münsterland. Dagegen war das Schneechaos am Sonntag (27. November) in Marburg vergleichsweise harmlos. Den Stadtbusverkehr hat das Wetter am Sonntagabend jedoch heftig durcheinandergewirbelt.
40 Minuten benötigte ein Bus bei starkem Schneefall von der Leipziger Straße bis zum Eisenacher Weg. Das ist gut das achtfache der fahrplanmäßigen Fahrzeit.
An den Haltestellen in der Innenstadt warteten die Fahrgäste bis zu 40 Minuten auf einen Bus. Größere Menschenansammlungen standen bibbernd und ratlos in der Kälte.
Anrufe beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und bei den Stadtwerken Marburg (SWM) halfen den Wartenden auch nicht weiter. Sie wurden mit nichtssagenden Antworten abgefertigt. Eine Auskunft, wo der nächste Bus ungefähr unterwegs ist, hätte der zahlende Fahrgast wohl erwarten dürfen.
Eine Gruppe beorderte sich auch einen Freund herbei, der sie mit dem eigenen Auto abholte. Wer kein "Taxi" beorderte, musste länger im Schneetreiben stehen.
Die Abendbusse um 22.30 und 22.50 Uhr vom Marburger Süden zum Hauptbahnhof kamen schließlich erst nach 23.10 Uhr. Vier Abendbusse erreichten den Hauptbahnhof kurz vor 23.30 Uhr innerhalb von weniger als drei Minuten.
Das Krisenmanagement der Stadtwerke hat dabei in keinster Weise überzeugt.
Eine sinnvolle Information erhielten die wartenden Fahrgäste nicht. Angesichts der Kälte hätten sie die aber dringend benötigt.
Auch wenn die Verkehrsleitstelle in einer solchen Situation mit zahlreichen Anrufen schnell überfordert ist, müssen die Stadtwerke ihre Kunden künftig besser informieren. Den Schnee können sie nicht wegzaubern. Aber sie können Bescheid geben, wo der nächste Bus sich zur Zeit befindet. Dann hätte der eine oder andere sich vorübergehende unter ein Dach stellen und die 40 Minuten Wartezeit nicht im Schnee stehen bleiben müssen.
 
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