| | Marburg * (vom)
Bekannt ist er auch als Leiter der Internationalen Sommeruniversität.
Der FDP-Direktkandidat Prof. Dr. Heinrich J. Dingeldein ist ein echtes Marburger Original. Neben der politischen Tätigkeit hat er eine erfolgreiche wissenschaftliche Karriere hinter sich. Privat ist er ein engagierter und interessierter Mensch.
Evangelische Theologie, Germanistik, Politikwissenschaft und europäische Ethnologie hat der FDP-Politiker in Marburg studiert. Zusätzlich kann er einen "Magister Linguistik" an der Universität von San Remo vorweisen.
Sein Schwerpunkt als Linguist ist heute die Arbeit am Deutschen Sprachatlas. Dialekte und der Sprachgebrauch in Hessen sind das Fachgebiet des Professors. 1994 führte ihn ein Lehrauftrag in die rumänische Stadt Hermannstadt, das heutige Sibiu. Seine inzwischen erwachsene Tochter ist vor kurzem nach Rumänien gegangen. Nach seiner Habilitation war Dingeldein von 2002 bis 2003 Vizepräsident der Philipps-Universität.
In die FDP eingetreten ist er erst 1987. Der Begriff der "Freiheit" faszinierte ihn dabei besonders.
Als Sprachwissenschaftler hat er im Landesausschuss für Europapolitik und Kunst mitgearbeitet. Daran schloss sich eine vierjährige Periode als Kreisvorsitzender der FDP an.
Dingeldein lebt mit seiner Frau in Hermershausen. Auf dem Dorf habe er viele Freunde, die nicht unbedingt dem akademischen Bild entsprechen.
Aufwachsen auf dem Lande, fühlt er sich in der Dorfgemeinschaft sehr wohl. Sie nehme ihn als "einen der Ihren" wahr.
"Die handwerkliche Tätigkeit und die außeruniversitäre Ausbildung erfahren in der Gesellschaft nicht ihren verdienten Stellenwert", meint Dingeldein. Daher möchte er der beruflichen Bildung wieder einen entsprechenden Rang einräumen. Die "Lehrstellendiskussion" greife da zu kurz. Der Staat könne schließlich nicht alles regulieren.
Eine florierende Wirtschaft ist für den FDP-Kandidaten der "Motor" für mehr Arbeitsplätze. Menschen wieder in Arbeit zu bringen sei sein oberstes Wahlkampfziel.
Über Steuersenkungen möchte der Bundestagskandidat bessere Rahmenbedingungen für mehr Arbeitsplätze schaffen.
Für Marburg wünscht er sich eine günstigere verkehrstechnische Infrastrukur. Obwohl er die Weiterführung der Autobahn A49 für notwendig erachtet, sei diese Variante nur die zweitbeste Lösung. Der Ausbau der Bahnlinie zwischen Frankfurt und Kassel ist ein weiteres verkehrpolitisches Anliegen des FDP-Politikers.
Auch in der Bildungs- und Forschungspolitik sieht Dingeldein Verbesserungsbedarf.
Die Interessen der Universität sind für ihn während seiner Funktion als Vizepräsident in den Vordergrund gerückt. In Fragen der Drittmittelfinanzierung habe er auch manchen Konflikt mit Wiesbaden ausgefochten.
Der Hochschullehrer möchte junge Menschen an die Politik heranführen. Nicht indem er ihnen seine Meinung aufdrückt, sondern indem er für seine Überzeugung eintritt. "Vorbildlich zu wirken" meine, andere Menschen mit Argumenten zu überzeugen, sagt Dingeldein. Allerdings erwarte er bei Kritik auch das Aufzeigen von Alternativen. "Beispielsweise indem derjenige erklärt, wie wir aus der momentanen Arbeitsmarktsituation herauskommen" fordert Dingeldein. Das bedeute sicherlich Einschnitte hinzunehmen. Für ihn habe der Begriff "liberal" vor allem damit zu tun, den Menschen mit seinen Stärken ernst zu nehmen. | |