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Text von Donnerstag, 12. Mai 2005

> p o l i t i k<
  
 Neuer Steg: Bald Baubeginn am Ortenberg 
 Marburg * (atn/pm)
Die Vorarbeiten für den Abbruch des Ortenbergstegs beginnen am Montag (30. Mai).
Seit 1949 sorgt der jetzige Steg für die schnelle fußläufige Verbindung zwischen dem Ortenberg und dem Hauptbahnhof.
Nach einer langen und schwierigen Vorlaufphase beginnen am 30. Mai mit der Sperrung des Steges die Vorbereitungen für den Neubau.
Der neue Ortenbergsteg wird bereits der dritte sein. Der erste Steg wurde 1930 gebaut. Er wurde am 22. Februar 1945 von Alliierten bei einem Bombenangriff zerstört. Er war höher und breiter als die Nachkriegskonstruktion von 1949, die teilweise auf den alten Fundamenten mit Spendengeldern der "Bewohner des Ortenbergs" errichtet wurde.
Spendengelder von Bürgern werden diesmal nicht gebraucht. Dafür wird der Bau des neuen Steges aus Bundes- und Landesmitteln gefördert.
Die Stadt Marburg erhält für den Neubau Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Letztlich wird der Steg einschließlich des Abbruchs des Alten insgesamt 2.5 Millionen Euro kosten.
Der Neubau ist, wie Bürgermeister Egon Vaupel betont, inzwischen unumgänglich geworden. Seit einigen Jahren nagt der Rost an der Stahlkonstruktion. Mit wirtschaftlichen Mitteln ist sie nicht mehr zu sanieren. Daher hat der Magistrat im November 2002 beschlossen, den alten Steg komplett durch eine vom Architekturbüro AIS Kirchhoff und Rügemer in Kassel entworfene neue Stegkonstruktion zu ersetzen.
Mit der Erneuerung des Steges werden die Schwachstellen der alten Konstruktion, wie beispielsweise die schwer nutzbaren behelfsmäßigen steilen Treppenrampen für Radfahrer und behinderte Menschen und der Holzbelag durch moderne, nach den heutigen Richtlinien gestaltete Einrichtungen ersetzt.
Der neue Ortenbergsteg wird mit einem stadtseitigen Aufzug neben dem Bahnhofsgebäude ausgestattet sein. Am Hang zum Ortenberg erhält er eine großzügige, nach den Empfehlungen für behindertengerechtes Bauen, gestaltete Rampe.
Über diese flache Rampe mit maximal 5 % Steigung können künftig Rollstuhl- und Radfahrer vom Ortenberg aus ohne Mühe bis zum stadtseitigen Aufzug und hinab zum Bahnhofsvorplatz gelangen. Die Aufzugskabine ist mit transparenten Glasschlitzen versehen. Sie ist für die Mitnahme von Fahrrädern und Rollstühlen geeignet.
Trotz höherer Kosten von circa 100.000 Euro hat sich der Magistrat entschlossen, je einen Spindeltreppenzugang als direkte Verbindung zu den beiden Mittelbahnsteigen 2 und 3 bauen zu lassen. Insbesondere Berufspendler, die morgens die Fernzüge Richtung Frankfurt erreichen wollen, sparen durch die Aufzüge bis zu 160 Metern Fußweg, wenn sie künftig den direkten Weg über eine der Treppen nehmen.
Diese nutzerfreundliche Ausstattung des Stegs kommt nicht nur den Bahnkunden zugute. Sie wird sicherlich auch die Verbindung zwischen Bahnhofsviertel und Ortenberg intensivieren
Der Teil des Steges, welcher die Gleisanlagen überbrücken wird, besteht wie bei dem alten Bauwerk aus einer Stahlfachwerkkonstruktion. Es gibt allerdings zwei wesentliche Veränderungen: Das neue Stahlfachwerk liegt 2,20 Meter höher als bisher. Im Gegensatz zur offenen Bauweise des alten wird der neue Steg als geschlossenes Raumfachwerk konstruiert sein. Die 90 Meter lange Laufebene steigt in Richtung Ortenberg mit 1,4 % Steigung leicht an.
Die Stegkonstruktion ist auch für künftige Optionen gerüstet. So wird die Anbindung eines geplanten Fuß- und Radweges entlang des Böschungsfußes zwischen der Heinrich-Heine-Straße und der Alten Kasseler Straße ebenso möglich sein wie eine Nachrüstung von Aufzügen zu den Mittelbahnsteigen.
 
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