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Text von Mittwoch, 9. Februar 2005

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 Bühne frei für Kids: Das kritische Denken forcieren 
 Marburg * (fjh)
"Wir verstehen uns nicht als Veranstaltungs-Service oder Kinderbelustiger", erläuterte Jürgen Sachs. Deswegen präsentiert der Festival-Leiter der "10. Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche" vor allem Stücke, die die Alltagswirklichkeit junger Menschen behandeln. Das umfangreiche Programmm unter dem Motto "Theater sehen - Theater spielen" stellten Sachs und seine Mitstreiter vom Hessischen Landestheater, vom Staatlichen Schulamt marburg und von der Stadt Marburg am Mittwoch (9. Februar) im Theater am Schwanhof (TaSch) vor.
Dort soll neben den beiden bisherigen spielstätten des Festivals im Jubiläumsjahr auch die Probebühne bespielt werden. 50 bis 60 Gäste finden hier Platz. Während das TaSch 1 mit 200 und das TaSch 2 mit immerhin 100 Plätzen eher für größere Produktionen bereitstehen, ist die neue Probebühne für intime und interaktive Stücke vorgesehen. Angesichts der letztjhährigen Auslastung von 97,2 Prozent zweifeln die Verantwortlichen nicht am Erfolg dieser zusätzlichen Spielmöglichkeit.
Aber nicht nur eine neue Spielstätte gibt es im Jubiläumsjahr, sondern auch einen zusätzlichen Festival-Tag. 24 Aufführungen von insgesamt 19 Produktionen warten von Samstag (5. März) bis Samstag (12. März) auf das interessierte Publikum.
Auch 2005 wird der "Freundeskreis des Hessischen Landestheaters" wieder seinen mit 1.500 Euro dotierten Kinder- und Jugendtheaterpreis vergeben. Für manche Theatergruppe ist diese Auszeichnugn ein zus&aumtl;tzliches Argument für eine Teilnahme an dem Marburger Theater-Event.
möglich wurde das umfangreiche Programm nur dank der ehrenamtlichen Arbeit zahlreicher Beteiligter sowie Zuschüssen und Spenden. Bürgermeister Egon Vaupel freute sich, dass das Land Hessen seinen Zuschuss im Jubiläumsjahr um 1.500 Euro auf nunmehr 17.500 Euro aufgestockt hat. Die Stadt Marburg gibt mit 16.400 Euro den zweitgrößten Einzelbetrag. Durch die Unterstützung zahlreicher weiterer Sponsoren kommt ein Festival-Etat von rund 55.00 Euro zusammen.
Dank des Engagements der Stadtwerke Marburg (SWM) gibt es auch in diesem Jahr wieder den Bus-Service, der Schulklassen im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu den Aufführungen abholt und und hinterher wieder zurückbringt.
Direkt in die Schulen des Landkreises gehen die theaterpädagogen im Rahmen des Festivals mit ihren Workshops. 50 verschiedene themen stehen dabei auf dem Programm. 75 Schulklassen erhalten so die Möglichkeit, sich selbst beim Einstudieren eines theaterstücks oder einer Tanz-Performance auszuprobieren. In 22 dieser 75 Gruppen beteiligen sich auch behinderte Kinder oder Jugendliche am aktiven Theaterspiel.
Spaß und kurzweilige Unterhaltung soll sowohl das Mitmachen bei den Workshops wie auch ein Besuch der Aufführungen bieten. Doch hoffen die Organisatoren auf tiefergehende Wirkungen. Nach Aussage des Indendanten Ekkehard Dennewitz soll die Theaterwoche auch "das kritische Denken forcieren".
 
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