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Text von Samstag, 1. Januar 2005

> k u l t u r<
  
 Noch´n Gedicht: Kabarettistisches zu Sylvester 
 Marburg * (hjf)
"Ohne Krimi geht die Mimmi nie ins Bett." Peter Radestock tut das wohl nie ohne ein paar Gedichte von Heinz Erhardt. Den Eindruck konnte man jedenfalls beim neuen Programm des Hessischen Landestheaters bekommen. "Noch´n Gedicht - Von und über Heinz Erhardt mit Schlagern der 60er Jahre" lautete der Titel. Die Premiere fand am Freitag (31. Dezember) im Theater am Schwanhof (TASCH) statt.
Die Aufführenden waren Peter Radestock, Uta Eisold und Thomas Streibig. Maria Tosenko begleitete am Klavier.
Es war ein wirklich bunter Mix, den Peter Radestock da für das Publikum zusammengestellt hat. Wer weiß schon, wie aus einem geschüttelten Bier ein "Shakes-Bier" wird und was eine kleine Made hinter einer Baumrinde wirklich empfindet?
Heinz Erhardt wusste es. Jedenfalls in seinen Gedichten. Mit unglaublichem Wortwitz und gekonnter Poentierung schafte es Erhardt immer schon zu Lebzeiten, sein Publikum Tränen lachen zu lassen. Er starb 1979 im Alter von 70 Jahren. Viel zu früh, um all sein humoristisches Können künftigen Generationen vorzuenthalten!
Das dachte sich wohl auch Radestock und machte sich auf die Suche nach geeignetem Material. Und er wurde fündig. Er stellte ein flottes, humorvolles Programm für das Marburger Theaterpublikum zusammen.
Durchzogen hat er den Abend dann noch mit bekannten Schlagern aus Erhardts Tagen. So erklangen Titel wie "Ramona", "Wir wollen niemals auseinandergehen" oder etwa "Junge, komm´ bald wieder".
Zugegeben: Das musikalische Programm sprach eher die älteren Besucher des Abends an. Das passte aber gut. Denn das Publikum war ohnehin überwiegend älteren Semesters.
In abwechselnden Rollen trugen die drei Tausendsassas Erhardts Sprüche und Gedichte meisterlich vor.
Dem humorvollen Zuschauer sollte natürlich klar sein, dass Erhardts Komik am allerBesten vom Meister selbst vorgetragen wirkt. Jedoch liegt eine bloße Kopie von Heinz Erhardt sicherlich auch nicht in der Absicht Radestocks. Die drei Schauspieler verfügen selbst über genügend Erfahrung und Professionalität, um dem Programm ihre ganz eigene Note zu verleihen.
So kam der Vortrag am Sylvesterabend auch sehr gut bei den Zuschauern an. "Es hat mir gut gefallen und ich hab´ auch nix anderes erwartet", meinte eine begeisterte Besucherin in der Pause. An Applaus hat es entsprechend auch nicht gemangelt. Da hat sich Radestocks Archivwühlerei wohl gelohnt!
Wer zugespitzten Humor mag und sich auch gerne die alten Schlager der 40er, 50er und 60er Jahre anhört, ist in dieser Aufführung genau richtig. "Noch´n Gedicht" ist mit Sicherheit ein Programm, dass sich noch einige Zeit im Repertoire des Hessischen Landestheaters halten wird.
 
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