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Text von Donnerstag, 7. July 2005

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 Braun in Alter Aula: Karl-Winnacker-Preis 2005 
 Marburg * (vom/pm)
Den diesjährigen Karl-Winnacker-Preis verleiht der Marburger Universitätsbund am Freitag (8. Juli) in der Alten Aula der Philipps-Universität. Der Preisträger ist Dr. h.c. Ludwig Georg Braun. Braun ist Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelkammertags (DIHK). Der im Jahr 1990 gestiftete Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und dem Gedenken an Karl Winnacker gewidmet. Über Jahrzehnte hinweg war er Vorsitzender des Marburger Universitätsbunds. Bis zu seinem Tod im Jahr 1989 war er auch dessen Ehrenvorsitzender. Der Preis würdigt besondere Verdienste um die Förderung der Zusammenarbeit von Universität und Industrie auf naturwissenschaftlichen Gebieten.
Der diesjährige Preisträger hat sich in vielfacher Weise durch die Förderung der Naturwissenschaften verdient gemacht. Dazu gehört unter anderem die Unterstützung des Lehrstuhls für Informatik an der Universität Kassel und der Kassel International Management School. Als weiteres Verdienst würdigt der Universitätsbund die Vergabe von Stipendien für Studierende durch den Otto-Braun-Fonds. Ein anderes Beispiel für Brauns Unterstützung ist die Finanzierung einer Stiftungsprofessur für Umweltmedizin und Klinikhygiene an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Jahr 1992.
Das Stipendium "Biomedical Engineering" unterstützt Forschungsvorhaben der Masterprojekte des Studiengangs "Biomedical Engineering", der gemeinsam von den Fachhochschulen Furtwangen und Albstadt-Sigmaringen angeboten wird. Mit dem Kasseler Symposium fördert die B. Braun Melsungen AG seit 1957 zudem den wissenschaftlichen Austausch zu medizinischen Themen.
Zu den vielfältigen Förderaktivitäten gehört des Weiteren die B. Braun-Stiftung. Sie hilft Menschen, die im Bereich der modernen Medizin tätig sind. Diese Gesellschaft ist im Jahre 1966 von den Brüdern Otto und Dr. Bernd Braun ins Leben gerufen worden. Sie gewährt Stipendien zu Fort- und Weiterbildung von Medizinern, insbesondere von klinisch tätigen Ärzten, Pflegenden, Krankenhausleitern und -verwaltungsangestellten sowie Krankenhausapotheken. Sie fördert die Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten der Humanmedizin, der Medizintechnik und der Krankenpflege durch Gewährung von Forschungsbeihilfen. Schließlich unterstützt sie Veranstaltungen, Kolloquien und Symposien.
Zu den Fördereinrichtungen der B. Braun Melsungen AG gehört weiterhin die Aesculap Akademie in Tuttlingen. Das seit 1995 bestehende Fort- und Weiterbildungszentrum für Chirurgen aus aller Welt bietet etwa hundert Veranstaltungen pro Jahr an. Darunter sind Kurse aus den Bereichen Hüftendoprothetik, Arthroskopie, Laparoskopie oder Neuroendoskopie.
Der Preisträger wurde 1943 in Kassel geboren, ist verheiratet und hat fünf Kinder. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank in Kassel. Es folgten praktische betriebswirtschaftliche Studien in England und den USA sowie der Wehrdienst.
Im Jahre 1968 übernahm er die Geschäftsleitung der Laboratorios Americano S. A. Niteroi, R.J., Brasilien mit 1.600 Mitarbeitern. Nach seiner Rückkehr nach Europa im Jahre 1972 trat er in die B. Braun Melsungen AG als Mitglied des Vorstands ein. Seit dem Jahr 1977 trägt er die kaufmännische Gesamtverantwortung. In jenem Jahr wurde er zum Vorstandssprecher, später zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Die B. Braun Melsungen AG ist als weltweit tätiger Versorger auf dem Gesundheitsmarkt bekannt. 1977/78 beschäftigte sie rund 3.000 Mitarbeiter bei einem Konzernumsatz von rund 517 Millionen DM. Bis zum Geschäftsjahr 2004 stieg der Konzernumsatz auf rund 2,8 Milliarden Euro an, die von etwa 30.000 Mitarbeitern erwirtschaftet wurden.
Ab dem Jahre 1974 übernahm Ludwig Georg Braun verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten. Zwischen 1974 und 1994 und wiederum ab 2001 übte er eine kommunalpolitische Tätigkeit in Melsungen aus, unter anderem war er Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Seit 1975 ist er Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Kassel.
Zwischen 1979 und 2000 war er Mitglied des Vorstands des Arbeitgeberverbands Chemie und verwandter Industrien für das Land Hessen, von 1988 bis 1997 war er Mitglied des Vorstands des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie. Seit 1986 ist er Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Seit 1983 gehört er dem Präsidium der Industrie- und Handelskammer Kassel, deren Präsident er von März 1991 bis April 2004 war; seitdem fungiert er als Vizepräsident. Seit März 1991 gehört er der Vollversammlung des DIHK an. Seit Februar 2001 dessen Präsident. Im November 1991 wurde er zum Ehrensenator der Gesamthochschule Kassel ernannt.
1996/97 war er Präsident des Arbeitgeberverbands Chemie. Im Dezember 2002 verlieh ihm die Universität Freiburg die Ehrendoktorwürde. Braun ist zudem Mitglied verschiedener Aufsichtsräte namhafter deutscher Gesellschaften.
 
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