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Text von Montag, 11. April 2005

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 Alte Abneigung: Facetten des Antiziganismus 
 Marburg * (fjh/pm)
"Facetten des Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart" lautet der Titel eines Vortrags des Historikers Dr. Udo Engbring-Romang von der Gesellschaft für Antiziganismusforschung. Die Veranstaltung findet am Mittwoch (20. April) um 19 Uhr im Hörsaalgebäude an der Biegenstraße statt.
Antiziganismus - ob bewusst oder unbewusst - ist nach seiner Einschätzung Teil der Gesellschaft. 60 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus mit dem Genozid an Sinti und Roma werden Vorurteile und Ressentiments gegen die oft als "Zigeuner" bezeichneten Menschen fast wie selbstverständlich formuliert und eingesetzt, so dass zum Beispiel fast zwei Drittel aller Deutschen Sinti und Roma nicht als Nachbarn haben wollen. Die verschiedenen "Zigeunerbilder" haben einen historischen Kern, der tief im kollektiven Bewusstsein der Mehrheitsbevölkerung verankert ist. Udo Engbring-Romang - Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Antiziganismusforschung - stellt Fragen: Was sind die Wurzeln dieses "Zigeunerhasses"? In welchen gesellschaftlichen Bereichen wurden die Bilder geschaffen und in die Mehrheitsbevölkerung transportiert? Welche Funktionen erfüllten und erfüllen die "Zigeunerbilder" in Vergangenheit und Gegenwart? Was steckt hinter den Vorurteilen und Ressentiments, die für Sinti und Roma Diskriminierungen, Ausgrenzungen und Verfolgungen bedeuteten und noch heute den Boden für offene und versteckte Gewalt gegen diese Minderheit bereiten? Am Mittwoch (11. Mai) wird die Reihe zur Antiziganismusforschung 19.30 Uhr mit dem Vortrag "Die beliebtesten Zigeunerbilder - Darstellung und Kritik" von Prof. Dr. Wilhelm Solms fortgesetzt. Die Veranstaltungen werden von der Gesellschaft für Antiziganismusforschung Marburg und dem Referat für Antifaschismus und Antirassismus des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) organisiert
 
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