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Text von Donnerstag, 2. Dezember 2004

> b i l d u n g<
  
 Koch kniff: Proteste verhinderten Vorlesung 
 Marburg * (fjh/pm)
Wegen Protesten ausfallen musste am Donnerstag (2. Dezember) eine Vorlesung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch im Landgrafenhaus. Im Anschluss an eine vom Allgemeinen Studierenden-Aussschuss (AStA) angemeldete Demonstration zum Thema "Hochschulgesetze'" suchte eine größere Anzahl der Teilnehmer das Landgrafenhaus auf. Dort erwarteten sie Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch, der im Rahmen einer w
Erstsemester-Veranstaltung des Fachbereichs Rechtswissenschaften der Philipps-Universität eine Vorlesung zum Thema "Effizienz der Gesetzgebung" halten wollte. Aus Sicherheitsgründen fiel die Veranstaltung aus.
Ab 14 Uhr versammelten sich etwa 200 Studenten beim Auditorium Maximum (AudiMax), um durch einen Demonstrationszug durch die Oberstadt mit Abschlusskundgebung am Augustinerbrunnen gegen die Hochschulgesetze zu demonstrieren. Die angemeldete Aktion unter dem Motto "Wir zeigen Koch die rote Karte - Hessenweiter Aktionstag der Kampagne - Sie verlassen den demokratischen Sektor" verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. In der Abschlusskundgebung erfolgte dann ein Aufruf zum Besuch des Landgrafenhauses, um den Ministerpräsidenten dort zu empfangen.
Teilweise im Pulk strömten die Demonstrationsteilnehmer ins Landgrafenhaus, in dem trotz der bevorstehenden Vorlesung des Ministerpräsidenten der normale Lehrbetrieb aufrechterhalten wurde. Zu einem großen Teil drängten sich die Besucher unkontrolliert an den Einlasskontrollen des Veranstalters vorbei, sodass sich letztlich sicherlich mehr als 500 Menschen in dem nur 380 Besucher fassenden Veranstaltungsraum befanden.
Das schlüssige Auftreten und Verhalten eines Teils der Besucher deutete zudem auf bevorstehende Störungen der Vorlesung hin. Etliche trugen Wasserflaschen bei sich und führten nicht kontrollierte Taschen und Rucksäcke mit. Das Vorhandensein weiterer - potentiell als Wurfgeschosse dienender - Gegenstände musste daher angenommen werden. Auf eine in Absprache mit der Polizei ergangene Bitte des Veranstalters, den Saal zu verlassen , um sich nochmals durchsuchen zu lassen, reagierten die Besucher gar nicht.
Diese Gesamtumstände hätten die Gewährleistung der Sicherheit des Ministerpräsidenten nur durch einen erheblichen Kräfteaufwand der Polizei ermöglicht. Aus diesem Grunde empfahl die Polizei dem Ministerpräsidenten, die Vorlesung nicht durchzuführen. Dieser Empfehlung folgte Koch mit Bedauern.
 
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