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Text von Montag, 12. July 2004

> b i l d u n g<
  
 Ihr Auftritt: Victoria, die Königliche, in Marburg 
 Marburg * (fjh/pm)
Besucherinnen und Besucher der Internetseite wwww.uni-marburg.de/botgart des Botanischen Gartens erleben zur Zeit eine "Riesen"-Überraschung: Via Standbild und Videofilm dürfen sie dabei sein, wenn die gigantische Seerose aus dem Amazonasgebiet mit dem Namen einer englischen Regentin ihren Auftritt hat.
Alles an ihr ist Aufsehenerregend: ihre Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 35 Zentimetern und mit bis zu 60 Blütenblättern sowie ihre riesenhaften, aufgebogenen Schwimmblätter, die in ihrer südamerikanischen Heimat einen Durchmesser von drei Metern und eine Tragkraft von bis zu 50 oder sogar 75 Kilogramm erreichen.
Für Beobachter von besonderem Reiz ist der Blühzyklus der Victoria, den man auch vor Ort auf den Lahnbergen betrachten kann.
Ihre Blütenpracht entfaltet sie nur während zweier Nächte. Elfenbeinweiß, im Innern deutlich wärmer als die Umgebung und nach einer Mischung aus Ananas und Butterkeks duftend, präsentiert sich ihre Blüte am ersten Abend. Sie lockt auf diese Weise ganze Scharen von Käfern an, die am Morgen zu ihren vorübergehenden Gefangenen werden, wenn sich die Blüte wieder schließt.
Am Abend des zweiten Tages öffnet sich die Blüte ein zweites und letztes Mal, diesmal in einem wunderschönen Rosarot. Dann entlässt sie die mit Pollen beladenen Käfer zur Bestäubung anderer Blüten. Sie selbst sinkt befruchtet zum Grunde des Wassers.
Das Live-Bild aus dem Amazonashaus, so der technische Leiter des Botanischen Gartens Kurt Schmidt, wird alle fünf Minuten automatisch aktualisiert. So lässt sich der Blühzyklus der Victoria mit dem Farbspiel der Blüte und ihren Bewegungen sehr genau verfolgen. Die Bilder werden von einer Netzwerkkamera abgerufen, die über der Pflanze montiert und an das Hochschulnetz angeschlossen ist.
Das Zeitraffervideo, das ab sofort ebenfalls zu sehen ist, ist auf ähnliche Weise entstanden: Innerhalb von zwölf Tagen wurden im Abstand von jeweils zehn Sekunden Bilder abgerufen und auf einem Server gespeichert. Danach wurde das Video aus den Einzelbildern generiert. Dank Umwandlung in ein sogenanntes Streaming-Format, das den Abruf des Videos bis hinunter zu ISDN-Qualität erlaubt, dürfen sich interessierte Betrachter nun über einen besonders schönen Anblick der Riesenseerose freuen.
 
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