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Text von Samstag, 10. July 2004

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 Ganztagsschule: Für viele Projekte fehlt Geld 
 Marburg * (sts)
Wie sieht es in den Marburger Schulen hinsichtlich der Betreuungs- und Ganztagsschulangebote aus? Wo konnten Kooperationen mit freien Trägern initiiert werden, wie können diese erweitert werden? Was sieht das Konzept der lokalen Bildungsplanung für die Zukunft vor?
Diesen Fragen widmeten sich am Donnerstag (8. Juli) im Stadtverordnetensitzungssaal die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses, des Jugendhilfeausschusses und der Schulkommission. Ziel war es die Stadtverordneten über bestehende und getroffene Maßnahmen zu informieren und deren Anregungen, Ideen und Kritik in künftige Planungen mit einzubeziehen.
Hans-Jürgen Etzelmüller vom Fachdienst Schule berichtete zunächst über die Betreuungsangebote in den Grundschulen. 50 Prozent aller Erst- und Zweitklässler, insgesamt 570 Schülerinnen und Schüler, nähmen ein solches Angebot wahr. Aus Kostengründen sei es bisher nicht möglich gewesen, das Angebot auch auf die dritten und vierten Klassen zu erweitern. Die Kosten für das bestehende Angebot sind im aktuellen Haushalt mit 885.000 Euro veranschlagt.
Ziel müsse es laut Etzelmüller sein, einen qualitativen wie quantitativen Betreuungsausbau zu erreichen. Wichtige Voraussetzung hierfür sind feste Öffnungszeiten der Schulen von 8 bis 13 Uhr. Sieben Schulen können nach derzeitigem Stand der Dinge diese Zeiten im nächsten Schuljahr nicht einhalten.
Ursula Tänzler vom Staatlichen Schulamt machte hierfür die erhöhte Stundenzahl in den Grundschulen bei gleichzeitiger Reduzierung der Lehrerzahl verantwortlich: "Doppelbesetzungen sind nicht zu vermeiden".
Im Anschluss gab Birgit Kohl-Hofmann vom städtischen Schulamt einen Überblick über die Ganztagsschulangebote in Marburg. Momentan befinden sich die Friedrich-Ebert-Schule, die Theodor-Heuss-Schule, das Gymnasium Philippinum und die Elisabethschule im Ganztagsprogramm. Die Weiterentwicklung dieser und die Aufnahme anderer Schulen in das Programm ist mittlerweile ins Stocken geraten, da das Land Hessen Erst- und Erweiterungsanträge für das kommende Schuljahr nicht berücksichtigt hat. Ohne Landeszuschüsse seien die Rahmenbedingungen in punkto Personalaufwand, Organisation, Investitionsbedarf und Unterhaltskosten aber nicht aufzubringen.
"Wir müssen die Entwicklung gemeinsam, aber in kleinen Schritten, voranbringen", meinte Kohl-Hofmann.

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