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Text von Donnerstag, 17. Juni 2004

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 Statistikertagung: Die Euro-Teuro-Debatte 
 Marburg * (vic)
"Der Euro ist kein Teuro!" Das behaupten zumindestens die meisten Statistiker. Genau so formulierte es auch Prof. Dr. Eckart Elsner. Er ist Tagungsleiter der 9. Konferenz "Messen der Teuerung" .
Die zweitägige Konferenz findet von Donnerstag (17. Juni) bis Freitag (18. Juni) in der Philipps-Universität in Zusammenarbeit mit dem Hessischen statistischen Landesamt und dem statistischen Landesamt Berlin statt. Dazu wurde am Donnerstag (17. Juni) im mathematischen Institut auf den Lahnbergen eine Pressekonferenz durchgeführt.
Die bundesweite Konferenz findet seit 1994 regelmäßig statt. Etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen europäischen Ländern nehmen an ihr teil. Darunter sind neben Wissenschaftlern und Ökonomen auch Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Deutschen Bundesbank.
Sie befassen sich mit der Statistik und ihren Methoden. Diskutiert wird dabei über Preisentwicklung, Inflation, Kredit- und Zinspolitik. Als "Highlight" der Konferenz bezeichnete der Präsident des Hessischen statistischen Landesamts Prof. Dr. Eckart Hohmann einen für Freitag (18. Juni) geplanten Vortrag. Dabei werde ein Ökonom der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) über das "brandaktuelle Thema"der Ölpreisentwicklung referieren.
Nach Hohmann hat Hessen eine zentrale Bedeutung bei der Erstellung und Bearbeitung von Statistiken. Schließlich haben die EZB, die Bundesbank und das statistische Bundesamt ihren Sitz in der "Statistik-Zentrale" Hessen.
Mit einem Deutsch-Polnischen beispiel zeigte Elsner die unterschiede zwischen statistisch armen und reichen Ländern auf: So werden in Deutschland im Schnitt 10,3 % aus dem verfügbaren Warenkorb für Lebensmittel ausgegeben. In Polen dagegen seien es 26,9 % der zur Verfügung stehenden Mittel. Das bedeute, das die Polen im Schnitt ärmer seien als die Deutschen, denn sie müssten mehr Geld aus ihrem kleineren Warenkorb für Lebensmittel ausgeben.
Die Erweiterung der Europäischen Union (EU) und das Internet-Zeitalter nehmen auch Einfluss auf die Preisgestaltung. So könnten nach Elsners Worten vor allem Autos und Computer wesentlich billiger im Internet als beim Händler im Laden erstanden werden.
Hohmann gab zu bedenken, das die EU-Neumitglieder noch nicht der Eurozone beitreten können. Dazu müssten sie erst drei Jahre lang die Euro-Stabilitätskriterien erfüllen. Damit könnten sie frühestens 2007 der Währungsunion beitreten.
Auch räumte Hohmann ein, dass sich die Preise vor allem im Dienstleistungssektor doch massiv zu ungunnsten der Verbraucher erhöht hätten. Da die Preise aber in anderen Bereichen wie Auto- und Computerhandel spürbar zurückgegangen seien, ergebe sich statistisch, dass der Euro kein "Teuro" sei. Die stark erhöhten Lebenshaltungskosten lassen die Verbraucher sicher zu einem anderen Ergebnis kommen!
 
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