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Text von Dienstag, 1. Juni 2004

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 Hohes Risiko: Arzneimittel für Kinder 
 Marburg * (fjh/pm)
Hohe Arzneimittelrisiken machen Kinder zu Patienten zweiter Klasse. Die medikamentöse Behandlung von Kindern steht Klasse deswegen von Mittwoch (16. Juni) bis Sonntag (20. Juni) im Mittelpunkt einer internationalen Fachtagung in der Alten Aula der Philipps-Universität. Dort findet der neunte Kongress der "European Society for Developmental Perinatal & Paediatric Pharmacology" (ESDP) statt.
Veranstalter ist Prof. Dr. Hannsjörg W. Seyberth als Präsident der ESDP . Er hat an der Philipps-Universität den deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für pädiatrische Pharmakologie inne. Darunter versteht man die Lehre von Arzneimitteln für Kinder.
Neben Fachwissenschaftlern aus dem Ausland werden auch Vertreter der Europäischen Kommission, der Europäischen Zulassungsbehörde sowie der europäischen Pharma-Industrie sprechen. Des Weiteren sind Vertreter der US-amerikanischen Nahrungsmittel- und Arzneimittelbehörde FDA sowie der US-Gesundheitsbehörde beteiligt.
Die Anwendung von Medikamenten bei Kindern hat in den vergangenen Jahren hohe Brisanz gewonnen. Ein Drittel der Arzneimittel im ambulanten Bereich und zwei Drittel der Arzneimittel im stationären Bereich werden insbesondere in der Neonatologie und Intensivmedizin bei Kindern ohne entsprechende behördliche Zulassung angewandt. Damit sind insbesondere Schwangere und Frühgeborene, aber auch Kinder und Jugendliche einem deutlich höheren Risiko bei der Arzneimitteltherapie ausgesetzt als erwachsene Patienten. Gleichzeitig geht der behandelnde Arzt ein erhebliches Arzneimittelrisiko ein.
Noch in diesem Jahr muss das Europäische Parlament Stellung zu einer Verordnung zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit und -anwendung für Kinder nehmen, die von der Europäischen Kommission derzeit vorbereitet wird . Diese aktuelle Entwicklung in der Gesundheitspolitik soll im Rahmen der Konferenz mit führenden internationalen Experten diskutiert werden.
 
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