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Text von Dienstag, 4. Mai 2004

> b i l d u n g<
  
 Unerwünscht: "Geschenke" der Liebe 
 Marburg * (fjh)
Nicht alle Geschenke der Liebe sind wünschenswert . Über "sexually transmitted diseases" (STD) diskutieren die Mitglieder der Deutschen STD-Gesellschaft von Freitag ( 7. Mai) bis Samstag (8. Mai) in der Alten Universität zu ihrer 54. Jahrestagung. Das teilte die Philipps-Universität am Donnerstag (6. Mai) mit.
Waren in den Gründerjahren der Gesellschaft die Schwerpunkte vor allem im Bereich der klassischen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper oder Krätze zu sehen, so war es Mitte der 80er und Anfang der 90er Jahre die Herausforderung durch die Erkrankung mit dem HIV-Virus und dem Immunschwächesyndrom AIDS.
Im Jahre 2004 sind die Schwerpunkte nun abermals durch die Entwicklungen in Gesellschaft und Medizin verschoben. Infolge der Aufklärungskampagnen zur Verhütung der Infektion mit dem HIV-Virus fielen die Infektionsraten zunächst allmählich ab. Nun zeigen sich jedoch erneut deutlich zunehmende Infektionszahlen, was wohl durch eine gewisse "Abstumpfung" sowie durch das vermeintliche Wissen über die therapeutischen Optionen der Erkrankungen bedingt ist.
Dass durch Öffnung des ehemaligen "eisernen Vorhangs" nun wieder die klassischen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe gemeinsam mit der HIV-Infektion auf dem Vormarsch sind, wird eindrücklich durch die Daten des Robert-Koch-Instituts veranschaulicht.
Auch wenn nur auf den Arztschildern der Fachärzte für Dermatologie die Bezeichnung "Venerologie" oder "Geschlechtskrankheiten" zu lesen ist, verkennt dies doch die Tatsache, dass unter dem englischen Begriff STD für "sexually transmitted disease" im Jahre 2004 Krankheitsbilder zusammengefasst sind, die nicht nur durch Dermatologen, sondern durch Ärzte der verschiedensten Disziplinen diagnostiziert und versorgt werden müssen.
Insbesondere seit Inkrafttreten der Gesundheitsreform wird in diesem Zusammenhang durch den Gesetzgeber die Funktion des Hausarztes als Lotse des Patienten auch auf diesem Gebiet gefordert. Deshalb soll die Tagung als Fortbildungsveranstaltung verstanden werden, die allen interessierten Marburger Studenten und Ärzten die Gelegenheit bietet, aktuelle Wissensinhalte zu diesem Themenkomplex kompakt und verständlich vermittelt zu bekommen.
So sollen in diesem Jahr vor allem die praktischen Probleme wie zum Beispiel der Kinderwunsch HIV-positiver Paare, die neuerliche Herausforderung durch die klassischen Geschlechtskrankheiten und die sexuellen Gewohnheiten diskutiert werden, die zur Verbreitung von Geschlechtskrankheiten führen. Auf dme Programm stehen außerdem die neuen Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie.. Darüber hinaus werden aber auch die Strategien zu Verhütung und Vermeidung von STD vorgestellt.
 
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