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Text von Freitag, 9. April 2004

 
Neuer Campus: Geisteswissenschaften mit Zugang zum Park
  Marburg * (FJH/pm)
Die Geisteswissenschaftlichen Institute der Philipps-Universität sollen einen neuen Standort erhalten. Die Universitätsleitung plant einen neuen, offenen Campus. Er soll in zentraler Innenstadtlage am Rande des Alten Botanischen Gartens entstehen, sobald die Frauen-, die Kinder- und wahrscheinlich auch die Hautklinik auf die Lahnberge gezogen sind.
Im Gegenzug kann der randständige Gebäudekomplex in der Wilhelm-Röpke-Straße - die sogenannte "Phil Fak" - , eingezwängt zwischen Bahn und Stadtautobahn, komplett aufgegeben werden. Der Verkehrslärm rund um die Türme sowie bauliche Mängel in den Gebäuden sprechen seit langem gegen eine weitere universitäre Nutzung ohne umfassende Sanierung, die allerdings 35 bis 40 Millionen Euro kosten würde.
Eine Verlagerung der Geisteswissenschaften in das Klinikumsareal beiderseits der Deutschhausstraße ist seit geraumer Zeit in der Diskussion. Seit sich abzeichnet, dass der momentan auf den Lahnbergen entstehende Neubau des Mutter-Kind-Zentrums aller Voraussicht nach nicht nur die Frauen- und die Kinderklinik aufnehmen wird, sondern zusätzlich Platz für die Hautklinik bietet, ist der Weg frei für eine komplette Neuansiedlung der geisteswissenschaftlichen Disziplinen an den derzeitigen Klinikstandorten. Wenn auch die Dermatologie ihren bisherigen Standort räumt, stehen im Marburger Nordviertel genügend landeseigene Flächen zur Verfügung, um die gesamte "Phil Fak" aufzunehmen.
Für die weitere bauliche Entwicklung im Lahntal hat die Philipps-Universität gemeinsam mit dem Hessischen Baumanagement (hbm) in Marburg
ïein Standortkonzept erarbeitet. Ankerpunkt ist ein neuer "offener" Campus am Alten Botanischen Garten, der einen neuen Mittelpunkt des studentischen Lebens schaffen soll. Zudem könnte er die Anziehungskraft der Universität im Herzen der Stadt steigern, das Klinikviertel städtebaulich aufwerten und den Bürgern und Besuchern Marburgs ein attraktives kommunikatives Zentrum bieten.
Im direkten Umfeld des Alten Botanischen Gartens befinden sich seit langem zahlreiche wichtige Uni-Gebäude: unter anderem sind an der Biegenstraße das Auditoriengebäude mit dem Audimax und die beiden Verwaltungsgebäude angesiedelt. Nördlich des Alten Botanischen Gartens befinden sich das von den Geographen genutzte Deutsche Haus und das Mineralogische Museum. Auch das Musizierhaus, das Gästehaus und das Universitätsmuseum befinden sich in der Nähe.
Hinzu kommen verbleibende medizinische Einrichtungen wie die Hals-Nasen-Ohren-Klinik, die Augenklinik, Anatomie, Physiologie und das Institut für Molekularbiologie und Tumorforschung im Nordviertel.
"Wie eine Perlenkette fädeln sich die einzelnen Uni-Standorte im Bereich des Lahntals auf", beschreiben Dr. Eckhard Diehl von der Uni-Zentralverwaltung und Olaf Reinelt vom hbm das "Gebäudeband der Universität, in dessen Mitte sich die Parkanlage des Alten Botanischen Gartens erstreckt.
In der Öffnung zu dieser innerstädtischen Grünanlage sieht das Präsidium der Universität denn auch den besonderen Reiz und den Charme des geplanten Campus. Die Neustrukturierung des Standortes setzt deshalb auch auf einen direkten öffentlichen Zugang vom Firmaneiplatz und der Elisabethkirche her. Die derzeitige Hinterhofatmosphäre rund um die Frauenklinik, die die Freiraumqualität des Botanischen Gartens konterkariert, wird dann beseitigt.
Für Fußgänger, die durch die Stadt bummeln, könnte auf diese Weise eine reizvolle Abfolge attraktiver Räume in Altstadtnähe entstehen. In umgekehrter Richtung ist eine neue Fußgängerbrücke angedacht, die das Areal am Firmaneiplatz mit den Instituten in der Robert-Koch-Straße verbinden würde.
 
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