Sie sind hier: marburgnews >
Heute ist Freitag, 30. September 2022

Text von Donnerstag, 22. July 2004

> s o z i a l e s<
  
 Gut vorbereitet: Organisation der Option angepackt 
 Marburg * (fjh/pm)
"Falls wir vom Land Hessen vorgeschlagen und vom Bundesministerium als einer der Modellkreise ausgewählt werden sollten, werden wir vorbereitet sein", sagten Landrat Robert Fischbach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern in einer Sitzung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung am Mittwoch (21. Juli).
Der Landkreis Marburg Biedenkopf hat sich eine Projektstruktur gegeben, um bei einem positiven Bescheid aus Berlin die ABwicklung des Arbeitslosengeldes II selbst zu übernehmen. Die neugegründete Arbeitsstruktur soll einen Weg finden, diese Aufgabe für die betroffenen Hilfesuchenden und alle Beteiligten bestmöglichst zu lösen. So wurden eine Steuerungsgruppe und vier Projektgruppen sowie drei Untergruppen gebildet.
"Wir haben bereits einige Aufgaben verteilt und wollen spätestens in der zweiten Augustwoche unseren fundierten Antrag dem hessischen Sozialministerium vorlegen", betonte Fischbach. Er sieht auf den Kreis zwar eine schwierige Aufgabe zukommen; darin liege aber auch eine Chance, auf den in den vergangenen Jahren gemachten Erfahrungen aufzubauen.
Mcgovern ergänzte, dass es ein Ziel des Kreises sei - falls er einer der Modellkreise werden sollte - vor allem verantwortungsvoll Hilfe anzubieten. "Die Chance, die ich darin sehe, ist, dass wir uns eine ganz neue Struktur geben können und dass wir mit einem neuen Geist die Aufgabe gemeinsam schultern können", erklärte der Sozialdezernent .
Landrat und Erster Kreisbeigeordneter berichteten weiter, dass es inzwischen erste Gespräche mit der Stadt Marburg gegeben habe. "Die Gespräche haben in einer guten Atmosphäre stattgefunden und wir haben uns auf eine Zusammenarbeit verständigt. Insbesondere die Fragen des Personalübergangs und der räumlichen Unterbringung stehen dabei erst einmal im Vordergrund", erläuterte Fischbach.
Die Gespräche mit der Agentur für Arbeit gestalten sich dagegen - zumindest in dieser frühen Phase - etwas schwieriger.
Wichtig sei es, dass mit der jetzt gefundenen Projektstruktur bereits Arbeitsaufträge vergeben werden können. Die neu gegründeten Projektgruppen befassen sich mit den Aufgaben "Aufbau- und Ablauforganisation" (inklusive Planung und Steuerung von Eingliederungsleistungen, Vermittlung, Arbeitsgelegenheiten), "Personal und Infrastruktur", "Antragsaufnahme SGB II, Auszahlung, Übergangsregelungen" und
"Haushaltsorganisation".
Die Projektgruppe "Personal und Infrastruktur" wiederum hat drei Untergruppen, die sich mit den Aufgaben "Räumlichkeiten, Servicestellen und Büroausstattung", "Personal" und Technische Ausstattung" befassen.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen laufen in der Steuerungsgruppe zusammen, die den "Kopf" der Projektstruktur bildet. Hier sind neben Landrat Fischbach und Erstem Kreisbeigeordnetem McGovern, der Projektleiter Reiner Röder vom Büro des Landrats, der Personalratsvorsitzende, die Frauenbeauftragte, die Beschwerdemanagerin und der Pressereferent sowie je ein Mitglied der Arbeitsgruppen vertreten.
Die ab dem Januar 2005 anstehende Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum "Arbeitslosengeld II" wird 69 Kreisen und Städten in Deutschland die Möglichkeit bieten, in einem Modellversuch über sechs Jahre zu testen, ob es sinnvoll ist, diese beiden Aufgaben gemeinsam unter kommunaler Federführung zu organisieren. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf möchte gerne im Optionsfall auch unter seiner Verantwortung die bisher gute Kooperation mit der Stadt Marburg und der Agentur für Arbeit fortsetzen.
 
 Ihr Kommentar 


Soziales-Archiv






© 2004 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg