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Text von Mittwoch, 14. July 2004

> s o z i a l e s<
  
 Option für Option: Kreis will ALG II verwalten 
 Marburg * (fjh/pm)
Die Option zur Verwaltung des "Arbeitslosengeldes II" durch den Kreis haben Landrat Robert Fischbach und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Karsten McGovern im Auge. Als einer von fünf hessischen Modellkreisen möchten sie die Erwerbslosen nicht durch die örtliche Arbeitsagentur verwaltet wissen, sondern diese Aufgabe dem Kreis zuschieben. Einen entsprechenden Beschluss des Kreisausschusses gaben die beiden verwaltungschefs am Mittwoch (14. Juli) direkt nach der Sitzung des gremiums bekannt.
"Wir wollen die Zuständigkeit für diese Aufgaben übernehmen und möchten zudem mit der Stadt Marburg und der Agentur für Arbeit kooperieren", erklärte Fischbach. In den letzten Jahren habe es eine gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der Stadt Marburg gegeben, die man gerne auch unter den künftigen Rahmenbedingungen fortsetzen wolle.
Der Kreisausschuss empfiehlt demnach dem Kreistag, sich in der Sitzung am Freitag (16. Juli) für die Option auszusprechen und den Kreisausschuss damit zu beauftragen, beim Land Hessen einen Antrag auf Wahrnehmung der Option kommunaler Trägerschaft zu stellen. Dabei soll eine Kooperation mit den Arbeitsagenturen Marburg und Biedenkopf sowie mit der Stadt Marburg angestrebt werden.
Der Landkreis will der Stadt Marburg anbieten, Personal über Gestellungsverträge zu übernehmen. Auch für das betroffene Personal der Arbeitsverwaltung bietet der Kreis eine Zusammenarbeit an. Hier könnten entweder Aufträge an die Arbeitsverwaltung erteilt werden oder ebenfalls Personal im Rahmen von Gestellungsverträgen übernommen werden.
"Die Wahrnehmung der Option ist im Interesse des Kreises. Und der Kreis soll sich dieser Aufgabe auch stellen", sagte Fischbach. McGovern ergänzte: "Dabei wollen wir unter unserer Verantwortung die gute Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und der Stadt Marburg fortsetzen."
Sie betonten, dass es schließlich darum gehe, Menschen in Arbeitslosigkeit wieder Perspektiven aufzuzeigen. Der Kreis habe in den letzten Jahren gerade in diesem Bereich großes Engagement an den Tag gelegt und sehr erfolgreich gearbeitet. Das solle nunmehr fortgesetzt werden, betonten der Landrat und der Erste Kreisbeigeordnete.
Die im Jahr 2005 anstehende Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II stellt eine der größten sozialpolitischen Veränderungen in der Deutschen Nachkriegsgeschichte dar und wird nach ersten Schätzungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf circa 5.500 Bedarfsgemeinschaften mit ungefähr 6.500 Erwerbsfähigen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II und somit bis zu 10.000 Menschen betreffen.
 
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