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Text von Dienstag, 8. Juni 2004

> s o z i a l e s<
  
 Die Rechnung: 60 Euro für Zahnreinigung 
 Marburg * (fjh)
Irritiert war eine Marburgerin, als Ihr der Zahnarzt im November 2003 nach einer Zahnreinigung eine Rechnung von 60 Euro präsentierte. Noch merkwürdiger fand sie mitte Februar seine Einladung zu einer "professionellen Zahnreinigung" Anfang Juni. Als sie kurz vor dem angebotenen Termin in der Praxis anrief, erklärte die Sprechstundenhilfe ihr, die Beseitigung des Zahnsteins werde zwar von der Krankenkasse übernommen, für die restliche Behandlung müsse sie wieder 60 Euro aus eigener Tasche hinlegen.
Den Termin sagte die Marburgerin daraufhin ab. Auch hält sie es für die Pflicht des Zahnarztes, seine Patienten auf Kosten hinzuweisen, die mit einer Behandlung für sie verbunden sind. Dies fällt ihrer Auffassung nach unter die Aufklärungspflicht des Behandlers.
Link ist so etwas in jedem Fall. Man möchte sich des Eindrucks nicht erwehren, der "arme" Zahnarzt suche krampfhaft nach Möglichkeiten, sein - durch die sogenannte "Gesundheitsreform" geschmälertes - Einkommen auf Kosten der Patienten aufzubessern. Wenn nur jeder Dritte von ihnen löhnt, kommt für den Dentisten ein erkleckliches Sümmchen zusammen!
Das unfaire Verhalten des Marburger Zahnarztes indes ist auch ein Spiegel der derzeitigen "Gesundheitspolitik". So werden Kassenpatienten ab dem 1. Januar 2005 für die Zahnbehandlung eine "Zusatzversicherung" abschließen müssen. Die Leistungen, die ihnen bisher die gesetzliche Krankenversicherung gewährt hat, kosten dann extra. So will die rot-grüne Bundesregierung die Lohnnebenkosten senken. Die Zeche zahlen die Versicherten, die dann auch den bisherigen Arbeitgeberanteil aus der eigenen Tasche löhnen sollen.
Das sind billige Taschenspielertricks. Wären ihre Urheber nciht Politiker, würde man derartige Vorgehensweisen vielleicht sogar als "Betrug" brandmarken. Aber unsere Politiker sind ganz gewiss ehrliche Leute, ebenso wie der reinliche Marburger Zahnarzt!
 
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