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Text von Dienstag, 22. Juni 2004

> s o z i a l e s<
  
 ABM-Revival: Aktion gegen Jugendarbeitslosigkeit 
 Marburg * (vic)
Sind Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ein "alter Hut"? Nein, in Marburg sind sie noch aktuell! Die Kooperationsvereinbarung zu einem derartigen Projekt haben die Beteiligten am Dienstag (22. Juni) im Rathaus unterzeichnet.
Die seit 30 Jahren in Marburg durchgeführten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) sollen damit fortgesetzt werden.
Sie sollen zu einer Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit beitragen.
Stadtrat Dr. Franz Kahle betonte, dass ABM immer noch ein gutes Instrument zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt seien. Obwohl sie derzeit ziemlich unpopulär sind, hätten sie sich in Marburg gut bewährt.
Am neuen ABM-Projekt sind neben der Stadt Marburg und der Agentur für Arbeit auch der Verein "Arbeit und Bildung"sowie die "Jugendkonflikthilfe" beteiligt.
Die angebotenen Maßnahmen richten sich an Jugendliche, womit alle Menschen unter 25 Jahren gemeint seien, erklärte Waldemar Droß. Er ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Marburger Agentur für Arbeit.
Unter den 9.000 Arbeitslosen im Landkreis Marburg-Biedenkopf befänden sich 1.100 Jugendliche, bemerkte Droß.
Höchste Priorität bei den Maßnahmen habe die Integration junger Menschen ohne Abschluss, betonte Maria Flohrschütz. Sie ist Geschäftsführerin der "Jugendkonflikthilfe".
Das Projekt soll Jugendlichen die Möglichkeit zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen geben. Dafür müsse man den - durch viele Probleme belasteten - Jugendlichen Orientierungshilfen anbieten und ihr Selbstvertrauen stärken.
Rainer Dolle ergänzte, dass die Jugendlichen im städtischen Dienst eingesetzt werden sollen. Nach Aussage des Geschäftsführers des Vereins "Arbeit und Bildung" sollen sie in Kindergärten, der Altenpflege oder Friedhofspflege tätig sein.
Den neuen Ausbildungspakt zwischen der Bundesregierung und den Wirtschaftsverbänden zur Schaffung neuer Praktikums- und Ausbildungsplätze kritisierte Dolle scharf. "Die Jugendlichen, die wir betreuen, sind dafür nicht qualifiziert."
Die angebote des Ausbildungspakts richteten sich eher an höher qualifiezierte Jugendliche.
Seit dem 1. Januar 2004 seien die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu gesetzlich normalen Beschäftigungsverhältnissen geworden, betonte Droß. Die ABM-Beteiligten seien damit Arbeitslosen, Renten- und Krankenversichert. Allerdings hätten sie keinen Anspruch auf die Auszahlung von Arbeitslosengeld.
Kahle hob hervor, dass sich der Magistrat der Stadt Marburg des Problems der Jugendarbeitslosigkeit bewusst sei. "Gerade an dieser Stelle sollte man nicht sparen", verkündete der Stadtrat. Deshalb beteilige sich der Magistrat - trotz klammer Finanzen - mit 44.500 Euro an der Finanzierung der Aktion.
Das Projekt umfaßt 27 ABM-Stellen und soll neuneinhalb Monate dauern.
 
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