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Text von Montag, 31. Mai 2004

> s o z i a l e s<
  
 Verhöhnung: Folgenloses Urteil mit Folgen 
 Marburg * (fjh)
"Wenn ein Gericht seine eigene Arbeit ernst nimmt, dann muss es sich auch um die Umsetzung der Urteile kümmern", meint Lubo I. mit einem verwunderten Unterton. Der Marburger Musikwissenschaftler möchte fast nicht glauben, was er seit mehr als einem Jahr erlebt hat. Seitdem kämpft er um das Recht, seine kleine tochter wenigstens besuchen zu dürfen.
Ein eingeschränktes Besuchsrecht hat ihm das Familiengericht Potsdam am 8. März zwar zugesprochen; doch wartet er seither vergeblich auf einen Besuchstermin. Seine Eingaben an das Gericht hat die Justiz auch nach mehr als vier Wochen immer noch nicht beantwortet.
Eine Gruppe von Marburger Tagesmütern und Frauen, die Lubo von gemeinsamen Spielplatzbesuchen mit seiner Tochter kennen, hat das Jugendamt des Kreises Potsdam-Mittelmark und das Familiengericht Potsdam aufgefordert, den Umgang sofort wiederherzustellen. Der drohenden Entfremdung des Kindes von seinem Vater müsse Einhalt geboten werden.
Den ignoranten Umgang der brandenburgischen Behörden mit den Bürgerrechten des Marburgers und seiner tochter kritisiert auch die Humanistische UNion (HU). Die Justiz in Potsdam fordert der HU-Ortsverband Marburg auf, dem rechtswidrigen Zustand einer fortgesetzten Trennung des Vaters von seiner Tochter unverzüglich ein Ende zu bereiten. Ein Urteil, das folgenlos bleibt, müsse jeder rechtschaffene Bürger als Verhöhnung der Rechtsstaatlichkeit empfinden.
Verhöhnt fühlt sich auch Lubo I. durch das vorgehen des Potsdamer Familiengerichts. Sein Glaube an gerechtigkeit ist tief erschüttert: "Das ist ja wie bim braven Soldaten Schwjk!"
Vor allem fürchtet Lubo I., dass die Mutter seines Kindes die Kleine gedanklich "umdrehen" könnte, während er wochenlang auf die Verwirklichung seines Besuchsrechts wartet.
 
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