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Text von Samstag, 24. April 2004

 
Einen Tag Ruhe: Du sollst nicht lärmen!
  Marburg * (FJH)
Der "Internationale Lärmschutztag" findet am Mittwoch (28. April) zum siebten Mal auch in Deutschland statt. Dieser "Noise Awareness Day" möchte weltweit auf die schädlichen Auswirkungen des Lärms aufmerksam machen. Die Teilnehmenden werden von 14.15 Uhr bis 14.16 Uhr eine Minute der Stille einlegen.
Das deutsche Wort "Lärm" geht auf den lateinischen "Alarm"-Ruf "Ad Arma" (Zu den Waffen!") zurück. Ursprünglich soll Lärm als Alarmsignal vor Gefahren warnen. Doch die moderne Welt ist voll von lauten Geräuschen, die den Menschen ihre Ruhe rauben udn ihre Gesundheit schädigen.
Von einer Lautstärke ab 85 Dezibel an aufwärts schädigen langanhaltende Geräusche das Gehör. Derartige Lärmpegel werden nicht nur von Maschinen erreicht und überschritten, sondern auch vom Auto-, Eisenbahn- oder Flugverkehr.
Marburgs größtes Umweltproblem ist der Verkehrslärm. Zu diesem Ergebnis kam bereits vor Jahren eine Umweltstudie. Sie bescheinigt der Universitätsstadt eine vergleichsweise geringe Umweltbelastung. Ihre Lage im engen Lahntal belaste die Stadt jedoch mit einem erheblichen Lärmpegel. er liege im Durchschnitt genauso hoch wie die Geräuschkulisse in Frankfurt.
Ursache für diesen Krach ist vor allem die Stadtautobahn B3A. Sie durchschneidet das enge Tal in unmittelbarer Nähe des Lahnufers. Trotz einiger Lärmschutzwände wirken die umliegenden Berghänge wie Schalltrichter: Sie verstärken die Geräusche der Fahrzeuge auf der B3A wie ein Megafon und reflektieren sie an den gegenüberliegenden Hang hinüber.
Akustische Umweltverschmutzung betreiben auch zahlreiche Marburger Wirte. In ihren ungastlichen Etablissements werden die Besucher zwangsläufig zu Schreihälsen, wenn sie die dort dröhnende Musik übertönen möchten. Eine gepflegte Unterhaltung ist bei mehr als 85 Dezibel schließlich unmöglich.
Ihnen sei das "Elfte Gebot" ins Stammbuch geschrieben, das der Satiriker Robert Gernhardt auf dem Feldberg von einem genervten Gott erhalten haben will: "Du sollst nicht lärmen!"
 
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