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Text von Donnerstag, 15. April 2004

 
EU-Osterweiterung: Chancen für Behinderte
  Marburg * (FJH/pm)
Wie können behinderte Menschen und ihre Familien die bevorstehende Osterweiterung der Europäischen Union (EU) für sich nutzen? Dieser Frage will eine internationale Tagung der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung (BVLH) von Montag (19. April) bis Mittwoch (21. April) nachgehen. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit und ohne Behinderung werden dazu in Marburg erwartet. Darunter befinden sich auch Gäste aus Tschechien und der Slowakei.
15 Jahre nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Osteuropa geht es den dort lebenden Menschen mit Behinderung immer noch vergleichsweise schlecht. Es gibt wenige pädagogische Förderangebote, die alleingelassenen Eltern sind mit der Betreuung ihrer behinderten Kinder häufig überfordert. Da bleibt nur der Weg in die Anstalt, wo die Bewohner in überfüllten Schlafsälen leben müssen. Von Selbstbestimmung und einer gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, wie es in Deutschland und im übrigen Westeuropa propagiert wird, sind sie weit entfernt.
Am 1. Mai jedoch werden Länder wie Ungarn, Lettland, Tschechien oder die Slowakei in die Europäische Union aufgenommen. Damit ist für Menschen mit Behinderung und ihre Familien die große Hoffnung auf ein besseres Leben verknüpft. Denn mit ihrem EU-Beitritt verpflichten sich die neuen Mitgliedsstaaten EU-Standards auch für behinderte Menschen einzuführen. Die Länder haben außerdem Anspruch auf finanzielle Hilfen der Europäischen Union.
 
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