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Text von Donnerstag, 1. April 2004

 
Übernommen: Aventis geht, ZLB kommt
  Marburg * (fjh)
Verkauft hat der Straßburger Pharma-Konzern Aventis seine Marburger Tochter Aventis-Behring. Seit Donnerstag (1. April) heißt der Spezialist für Blutplasma-Produkte nun ZLB-Behring. Neue Eigentümerin ist die australische Firma ZLB Bioplasma.
Die Marburger Produktionsstätte kann in diesem Jahr auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken. 1904 wurde sie von dem Arzt und Immunologen Emil von Behring gegründet. Drei Jahre vorher hatte er für die Entwicklung von Impfstoffen für Tetanus udn Diphterie den ersten Nobelpreis für Medizin erhalten.
Die von ihm bis zu seinem Tod im Jahr 1917 geleiteten Behringwerke gingen 1929 in die IG Farben ein. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dieser Chemie-Konzern wegen seiner Verstrickung in die nationalsozialistische Mordmaschinerie aufgelöst. Die Behringwerke gehörten seither zur Frankfurter Hoechst AG.
1996 brachte Hoechst seine Marburger Blutplasma-Produktion in ein Joint Venture mit dem französischen Pharma-Riesen Rhône-Poulenc-Rôrer ein. ES entstand die Centeon Pharma.
Nachdem der gesamte Hoechst-Konzern dann auch mit Rhône-Poulenc-Rôrer zu Aventis fusioniert hatte, kehrte die gemeinsame Tochter unter das neue Dach zurück. Fortan firmierte Marburgs größter kommerzieller Arbeitgeber unter dem Namen "Aventis Behring".
Doch während der traditionsreiche Name des berühmten Firmengründers auch weiterhin erhalten bleibt, verliert die Marburger Plasma-Produktion nun die Verwandtschaft zu ihrem bisherigen Mutter-Konzern. An seine Stelle tritt nun auch im Firmennamen das dreibuchstabige Kürzel der neuen Eigentümer. Aventis geht, ZLB kommt.
 
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