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Text von Sonntag, 19. Dezember 2004

> p o l i t i k<
  
 Zweites Salär im Sack: Unersättliche Politiker sparen 
 Marburg * (fjh)
Sie können den Hals nie voll genug kriegen! Zu ihren "bescheidenen" Abgedordnete-Diäten beziehen sie zusätzlich noch das Spitzengehalt eines früheren Arbeitgebers. Den Erwerbslosen und Bedürftigen hingegen kürzen sie das knappe Einkommen bis zur Schmerzgrenze.
Immer wieder beschwören sie das Volk gebetsmühlenartig: "Der Staat muss sparen". Und sie kürzen alle staatlichen Leistungen, was das Zeug hergibt. Doch sie sparen immer nur an den Anderen!
CDU-Generalsekretär Laurenz Mayer ist nur ein besonders dümmliches Beispiel für so viel Unverschämtheit. Sein Parteikollege Hermann-Josef Ahrens stolperte zu Monatsbeginn bereits über die zusätzlichen Zuwendungne seines einstigen Arbeitgebers. Beide bekamen ihr Geld und günstigen Strom vom Engergie-Konzern "Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke" (RWE). Nun wird aber auch die CDU-Vorsitzende Angela Merkel angegriffen. Sie habe nach ihrer Wahl zur Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU im Deutschen Bundestag noch weiter ihr Gehalt als Parteivorsitzende bezogen. Ihre Vorgänger - zuletzt Helmut Kohl - hätten auf diese Doppel-Alimentierugn hingegen verzichtet, hieß es.
"Sie predigen Wasser und trinken selbst Wein", kommentiert eine alte Erkenntnis dieses Verhalten. Behaupten die Legenden von dem britischen Edel-Räuber Robin Hood, er habe "die Reichen ausgeraubt udn die Armen beschenkt", so halten es die CDU-Oberen genau umbekehrt. Zu Recht kommt da Wut auf bei den Betroffenen!
Aber niemand sollte behaupten, die Vertreter anderer Parteien seien da ganz anders. Am "Sozialgesetzbuch III" (SGB II) haben sie - mit Ausnahme der PDS - alle mitgestrickt. Die unsoziale "Gesundheitsreform" mit der Festlegung der Praxisgebühr auch für Arme haben sie gemeinsam verabschiedet. Auch die Spitzensteuersätze haben sie in seltener Einigkeit einmütig heruntergesetzt.
"Politik verdirbt den Charakter", behauptet eine Volksweisheit. Andere Sprüche besagen, es sei das Geld, das den Charakter verdirbt. Jedenfalls braucht man sich bei diesem Verhalten bundesdeutscher Politiker nicht über die verbreitete Politikerverdrossenheit zu wundern. Auf jeden Fall trifft eine Erkenntnis fast immer zu: "Macht verdirbt den Charakter."
 
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