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Text von Dienstag, 30. November 2004

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 Not schließt zusammen: Pressearbeit bei Katastrophen 
 Marburg * (fjh/pm)
Im Katastrophenfall arbeiten Polizei, Feuerwehr und der Landkreis Marburg-Biedenkopf auch in der Pressearbeit eng zusammen. Diese Vereinbarung gab Landrat Robert Fischbach am Dienstag (30. November) bekannt.
Im Rahmen einer Fortbildung am Freitag (20. November) zum Medientraining für Entscheidungsträger im Katastrophenfall wurde über die große Bedeutung der Presse diskutiert. Fischbach hob hervor, dass der Landkreis hierbei der Philosophie folge, jede der drei Institutionen solle sich mit dem einbringen, bei dem sie die besten Möglichkeiten habe.
"In einem Katastrophenfall muss nicht jeder alles vorhalten und erst recht nicht eine dreifache Pressearbeit. Die Zusammenarbeit von Polizei, Feuerwehrverband und Landkreis bietet sich hierbei nicht nur an, sondern wäre in einem echten Katastrophenfall ein wichtiger Baustein für eine sinnvolle und effektive Berichterstattung", erklärte der Landrat.
Polizeidirektor Jürgen Diehl begrüßte ebenfalls das gemeinsame Engagement und betonte, dass eine derart komplexe, dynamische Lage ein reibungsloses Zusammenwirken aller beteiligten Institutionen erfordert: "Die Medienarbeit stellt dabei einen wichtigen Teil zur Lagebewältigung dar. Sie beinhaltet neben der ursprünglichen Pressearbeit die taktische Dimension, notwendige Informationen schnellstmöglich, abgestimmt und damit einheitlich über die Medien an die Bürgerinnen und Bürger weiterzugeben."
Auch Kreisbrandinspektor Dieter Beetz weiß um die Bedeutung der Medien bei Großschadensereignissen und Katastrophen: "Das ist nicht zu unterschätzen, denn selbst eine vor Ort gut geleistete Arbeit der Einsatzkräfte kann durch fehlende oder unsachgemäße Pressearbeit sowohl negativ dargestellt werden als auch zu unnötigen Problemen führen."
Mathias Fiedler vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, der das Training leitete, sieht das Engagement im Landkreis Marburg-Biedenkopf nochmals aus einer anderen Perspektive: "Die im Landkreis gepflegte Verzahnung und praktische Zusammenarbeit der Pressestellen ist vorbildlich. Nur mit einer solchen grundsätzlichen Haltung ist eine potenzielle Krise oder Katastrophe zu bewältigen."
Aus der Sicht der mitwirkenden Pressesprecher Werner Tuchbreiter und Martin Ahlich von der Polizei, Stephan Schienbein vom Kreisfeuerwehrverband und Dr. Markus Morr vom Landkreis zeigte das Training vor allem die Schnelligkeit der Pressemedien in einem Katastrophenfall auf. Darauf muss man reagieren können und dafür Sorge tragen, das nicht nur eine vernünftige Ansprechsituation für die Medienvertreter gewährleistet werden kann, sondern auch das Zusammenspiel der Behörden untereinander muss funktionieren. Bezüglich des letzten Punktes sind sich die Pressesprecher allerdings dahingehend einig, dass man sich auf einem guten Weg befinde, denn das Vertrauen untereinander ist da und man kann sich aufeinander verlassen.
Fischbach sah in dem Medientraining auch eine gute Gelegenheit, mit der Polizei und der Feuerwehr die gemeinsame Strategie für die Pressearbeit im Schadensfall zu verfestigen.
 
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