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Text von Mittwoch, 7. July 2004

> p o l i t i k<
  
 Auf dem Fechtboden: Jüdische Studentenverbindungen 
 Marburg * (lyg/pm)
"Auf Kneipe und Fechtboden: Konstruktion von Männlichkeit i - jüdischen Studentenverbindungen vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus." Unter diesem Titel findet am Donnerstag (8. Juli) ein Vortrag von Miriam Rürup statt. Der allgemeine Studierendenausschuss (AStA) hat die Veranstaltung im Hörsaalgebäude an der Biegenstraße organisiert.
Rürup arbeitet am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin sowie am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Literatur in Leipzig.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden jüdische Studenten an deutschen Universitäten zunehmend aus den Studentenverbindungen ausgeschlossen. Die vom Ausschluss betroffenen Studenten gründeten jüdische Verbindungen, die sich in zwei Hauptrichtungen entwickelten:
Die einen verstanden sich als "deutsch-vaterländisch", die anderen waren "jüdisch-national" ausgerichtet. Rürup untersucht einerseits das Selbstverständnis der jüdischen Verbindungsstudenten und ihre Verortung innerhalb der hegemonialen deutschen Kultur, sowie die Auseinandersetzungsformen mit dem alltäglichen Antisemitismus. Andererseits nimmt sie die innerjüdischen Kontroversen in den Blick, die um verschiedene, nicht zuletzt studentische Themen wie beispielsweise das Duell entbrannten. Dabei ist die Übernahme traditioneller verbindungsstudentischer Formen von zentraler Bedeutung.
Der Vortrag wird sich vor allen Dingen auf zwei "Orte" der Studentenverbindung konzentrieren, an denen Männlichkeit verhandelt und konstruiert wurde: die studentische Kneipe und der Fechtboden. Dies sind Orte, an denen etwas stattfindet, was eigentlich auf etwas jenseits des siegreichen Kampfes hinzielt. Fechtboden und Kneipe stellen Orte dar, an dem exemplarisch die Männlichkeit der Kontrahenten unter Beweis gestellt wird.
 
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