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Text von Montag, 5. July 2004

> s o n s t i g e s<
  
 Gestank im Garten: Tipps zur richtigen Kompostierung 
 Marburg * (fjh/pm)
Bei der Kompostierung im eigenen Garten können trotz der richtigen Standortwahl und den richtigen Bio-Abfällen einige Probleme auftauchen. Das gilt vor allem wenn ein Kompost neu angesetzt wird. In den allermeisten Fällen lassen sich diese Schwierigkeiten aber mit ganz einfachen Mitteln beheben. Darauf hat die Stadt Marburg am Montag (5. Juli) hingewisen.
Sollte der Kompost stinken, ist die Ursache meist Sauerstoffmangel durch zuviel Feuchtigkeit im Kompostmaterial. Der Kompost fängt dann an zu gären und bildet deshalb die Gerüche.
Eine wichtige Gegenmaßnahme ist, den Kompost auf jeden Fall umsetzen und mit viel Häckselmaterial wie klein geschnittenes Astwerk aufzulockern. Wer gerade keinen eigenen Ast- und Strauchschnitt zur Hand hat, kann diesen auch bei der Kompostierungsanlage in Cyriaxweimar kostenlos erhalten. Als Alternative kann auch unbedruckte Wellpappe in den Kompost eingearbeitet werden. In handgroße Stücke zerrissen, saugt sie die Feuchtigkeit auf und ihre Wellen dienen als Luftkanäle.
Größere Mengen feuchte Küchenabfälle sollte man großflächig oben auf dem Kompost ausbreiten, um diese zuerst eintrocknen zu lassen. Anschließend sollte man das frische Material mit reifem Kompost vermischen .
Große Mengen von frischem Grasschnitt sollte man vor dem Ablagern auf dem Kompost antrocknen lassen. Danach kann man das Material in kleineren Portionen kompostieren oder größere Mengen an Frischgras mit reifem Kompost, Holzhäcksel oder Gartenerde vermischt ablagern.
Für einen besseren Schutz vor Niederschlägen kann man den Kompost beispielsweise mit Planen abdecken oder im Schutz von Bäumen anlegen. Regelmäßiges Einstreuen von Gesteinsmehl oder Naturkalk und verrottetem Kompost beschleunigt den Rotteprozess und verbessert die Kompostqualität.
Wenn der Kompost nicht oder nicht schnell genug verrottet, sollte man zunächst nachschauen, ob der Kompost im Inneren zu trocken ist. In diesem Fall sollte man ihn behutsam mit Regenwasser gießen. Um ihn gegen starke Sonneneinstrahlung zu schützen, sollte man Holunder oder Gurkengewächse zur Beschattung pflanzen oder den Standort verändern. In der kälteren Jahreszeit kann man durch Abdeckung den Wärmeverlust verringern.
Zudem sollte man prüfen, ob viele saure und gerbstoffreiche Materialien im Kompost sind, denn sie sind nur schwer kompostierbar. Deshalb sollte man keine großen Mengen an Astschnitt und Nadeln von Nadelgehölzen auf einmal auf den Kompost geben. Vielmehr sollte man sie zwischenlagern und dann in kleineren Mengen zugeben.
Wenn ein Problem mit Fliegen, Mäusen und Ratten entsteht, sind meist fleischhaltige Speisereste oder gekochte Essensreste auf dem Kompost dafür verantwortlich. Deswegen sollte man Speisereste stets sofort mit Erde oder älterem Kompost bedecken. Man sollte keine eiweißhaltigen Speisereste wie Fleich, Wurst, Käse oder andere Milchprodukte auf den Kompost geben. Diese Bio-Abfälle gehören besser in die Biotonne.
Den Kompost sollte man auch mit Hasendraht auskleiden. Das verhindert den Einmarsch von Nagern.
Unerwünschte Wildkräuter und Gräser, die sich über Wurzelausläufer vermehren wie Giersch, Quecke und Brennessel, sollte man vor ihrer Kompostierung in der Sonne austrocknen lassen. Besonders hartnäckig wiederkehrende Unkräuter sollte man nach der Blüte in die Biotonne geben.
In der Kompostierungsanlage verrotten die Bio-Abfälle bei höheren Temperaturen. Dadurch werden die enthaltenen Samen sterilisiert.
 
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