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Text von Freitag, 16. April 2004

 
Aktion Zuflucht: Unterstützung für Flüchtlinge
  Marburg * (vic)
"Wir beraten und betreuen Flüchtlinge", erklärt Hubert Gahr von der "Aktion Zuflucht". Am Samstag (17. April) wird die Marburger Hilfsorganisation für Flüchtlinge im Kulturladen KFZ eine Benefiz-Party veranstalten.
Gahr ist eines von momentan acht Mitgliedern der seit zehn Jahren bestehenden Gruppe. Sie ist ein Zusammenschluss privater Einzelpersonen aus dem "Antirassistischen Bereich". Organisationen seien nicht darunter, wie er betont.
Anlass für die Gründung der Gruppe sei die Verschärfung des Asylrechts von 1993 gewesen. Damalls wurde das im Artikel 16 des Grundgesetzes festgeschriebene Recht auf Politisches Asyl erheblich eingeschränkt.
"Wir engagieren uns überwiegend für Flüchtlinge, die keinen legalen Aufenthaltsstatus haben", erklärt Gahr. "Wir beraten und Betreuen sie."
Meist verfügen die Flüchtlinge nur über eine "Duldung" und sind von der Abschiebung bedroht, wie Gahr ausführt.
Weiter meint er zu den Zielen der Gruppe: "Wir wollen den Flüchtlingen helfen, in die Legalität zurückzukehren und einen sicheren Aufenthaltsstatus zu erhalten."
Insgesamt sei man in 20 bis 30 Fällen aktiv, berichtet Gahr, wobei 5 bis 6 Fälle im moment aktuell seien. Manche Fälle ziehen sich über jahre hinweg.
Die Beratung und Betreuung von Flüchtlingen sei sehr vielfältig. Juristische Beratung, der Gang zum Ausländeramt, sowie die materielle und ärztliche Versorgung seien zu geweährleisten: "um Personen im Notfall unterbringen zu können, haben wir extra eine Wohnung angemietet. Ferner haben wir Kontakte zu Rechtsanwälten, Ärzten und Psychologen geknüpft, die uns bei der Betreuung der Flüchtlinge helfen."
Die Wohnung wird durch Spenden finanziert. Diesem Ziel diene auch die Benefiz-Party. Dadurch möchte die "Aktion Zuflucht" Geld für weitere Aktivitäten einnehmen. Derartige Parties veranstaltet die Gruppe seit ihrem Bestehen zweimall jährlich.
Die Gruppe beteilige sich durch Vorträge und andere Veranstaltungen aber auch an der politischen Diskussion zum Asylrecht und der Flüchtlingspolitik.
Konkrete Fallbeispiele wollte Gahr nicht anführen, denn dies könne den beteiligten Flüchtlingen schaden. Außerdem seien die juristischen Zusammenhänge für eine kurze Schilderung viel zu kompliziert.
 
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