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Text von Donnerstag, 15. April 2004

 
Demonstrieren: Aktion gegen Aufmärsche
  Marburg * (vic)
Gegen den geplanten Aufmarsch von neonazis in Marburg hat sich ein breites Bündnis formiert, dem 40 Gruppierungen angehören. Darunter Vertreter von Gewerkschaften, Parteien, Kirchen, Studenten und Schülern.
Einige der federführenden Vertreter gaben dazu am Donnerstag (15. April) im DGB-Büro in der Liebigstraße eine Pressekonferenz. Dort erläuterten sie ihre Planungen für eine Demonstration und die sich anschließende Kundgebung. Sie soll am Samstag (17. April) stattfinden.
Der Nazi-Aufmarsch könnte um 12 Uhr auf dem Großsportfeld stattfinden. Das zumindest vermutet Rüdiger Stolzenberg vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Genauere Informationen dazu gebe es aber nicht.
Ursprünglich sollte der Nazi-Aufmarsch in Gladenbach stattfinden. Doch dann hätten die Rechten die Planungen geändert und würden nun in Marburg aufmarschieren, um dann nach Gladenbach weiterzufahren, wie Stolzenberg weiter ausführte.
Den Sinneswandel erklärt er mit dem Versuch rechter Gruppen, sich in ganz Mittelhessen "breit zu machen", nachdem sie bisher vor allem eher in Marburg aktiv gewesen seien.
Dieser Entwicklung müsse durch eine eigene Demonstration entgegengewirkt werden.
Die Demonstration soll um 14 Uhr an der Stadthalle beginnen. Die Route führt dann über den Rudolfsplatz, die Universitätsstraße, die obere Gutenbergstraße, Am Plan und die Barfüßerstraße bis zum Marktplatz. Dort findet die Abschlusskundgebung statt.
Die Rednerliste entspricht dem breiten Spektrum des Bündnisses: So sprechen unter anderem Vertreter von DGB, Kirchen und Schülern sowie ein Mitglied des Magistrats.
Niko Biver, der für die PDS als ehrenamtliches Mitglied im Stadtrat sitzt, erklärte zwar, dass die Stadtverordnetenversammlung den Aufmarsch der Rechten verurteilt hat. Jedoch wollte sich der Magistrat der Stadt Marburg am Aufruf für eine Gegendemonstration ausdrücklich nicht beteiligen. Das sei an der fehlenden zustimmung der CDU gescheitert.
Ralf Schrader von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) betonte, dass sich auch in Gladenbach der Widerstand gegen die Rechten Gruppen formiert habe. Obwohl die Neonazis nicht in Gladenbach demonstrieren würden, würden dort am Samstag die geplanten Gegenaktivitäten stattfinden.
Alle beteiligten des Bündnisses hoben die Wichtigkeit hervor, sich gegen die in Mittelhessen bedenklich zunehmenden Aktivitäten der Rechten Gruppierungen zur Wehr zu setzen. Sie riefen zu einer möglichst zahlreichen Teilnahme an der Demonstration auf.
 
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